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Europaweite Pegida-Kundgebungen: Polizei löst verbotene Pegida-Demo im nordfranzösischen Calais auf

Eine Aktivistin mit der französischen Flagge, umzingelt von Polizisten, demonstriert in Calais gegen Flüchtlinge.

Eine Aktivistin mit der französischen Flagge, umzingelt von Polizisten, demonstriert in Calais gegen Flüchtlinge.

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reuters

Calais -

Polizei löst verbotene Pegida-Demo im nordfranzösischen Calais auf - Demonstrationen in mehreren europäischen StädtenCalais (AFP) - Bei einer verbotenen Demonstration der antimuslimischen Pegida-Bewegung im nordfranzösischen Calais hat es am Samstag Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. 20 Teilnehmer wurden festgenommen, fünf von ihnen müssen sich nach Justizangaben am Montag vor Gericht in Boulogne-sur-Mer verantworten.

Darunter ist auch ein ehemaliger General der französischen Fremdenlegion, Christian Piquemal. Etwa 150 Unterstützer der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) hatten sich trotz Demonstrationsverbots vor dem Bahnhof von Calais im Zentrum der Hafenstadt versammelt. Dort riefen sie Parolen wie „Migranten raus!“, „Wir sind hier zu Hause!“ oder „Journalisten - Kollaborateure“.

Gefahr der „Störung der öffentlichen Ordnung“

Demonstranten sangen die französische Nationalhymne und schwenkten französische Flaggen. Die Polizei ging nach mehreren Aufforderungen zur Auflösung der Demonstration mit Tränengas gegen die Teilnehmer der Kundgebung vor. Nach Justizangaben vom Sonntag wird der 75-jährige Ex-General Piquemal als „Hauptverantwortlicher des verbotenen und nicht aufgelösten Menschenauflaufs“ angeklagt.

Den vier anderen Festgenommenen wird „illegales Tragen gefährlicher Waffen“ vorgeworfen. Ihnen droht bis zu einem Jahr Gefängnis. Piquemal wurde nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst Vorsitzender des Nationalen Veteranenverbands der Fallschirmjäger. Auf seinem Internetblog hatte er zur Teilnahme an der Demonstration in Calais aufgerufen.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hatte das Verbot der Pegida-Demonstration in Calais am Mittwoch mit der Gefahr der „Störung der öffentlichen Ordnung“ begründet. Das Verbot für alle Gruppen, die „Spannungen, Spaltung und Gewalt hervorrufen“, werde so lange gelten wie nötig, sagte er. Am Rand von Calais leben etwa 3700 Flüchtlinge unter elenden Bedingungen in einem Lager; sie wollen von dort aus nach Großbritannien.

Europaweite Demonstrationen

Pegida hatte für Samstag Demonstrationen in mehreren europäischen Ländern angekündigt. In Dresden warnten Pegida-Redner vor tausenden Anhängern vor einer „weiteren Islamisierung“ Deutschlands und Europas. Die Studenteninitiative durchgezählt schätzte die Zahl der Pegida-Teilnehmer auf bis zu 8000, die der Gegendemonstranten auf bis zu 3500. Die Polizei war mit mehr als 1900 Beamten im Einsatz.

In Prag nahmen etwa 5000 Menschen an einer Kundgebung zweier rechtsextremer Gruppen gegen den Islam und die Europäische Union teil. Es gab mehrere Festnahmen. In Warschau trat die Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling auf einer Kundgebung auf. Dort sowie in Graz und Birmingham gab es jeweils einige hundert Teilnehmer. In Amsterdam nahmen Sondereinsatzkräfte nach Zusammenstößen mit der Polizei ein Dutzend Demonstranten und Gegendemonstranten fest.


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