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Flughafen-Attentäter verurteilt: Lebenslänglich für Arid Uka

Arid U. zu Prozessbeginn. (Archivbild)
Arid U. zu Prozessbeginn. (Archivbild)
Foto: dapd

Zwei Menschen hat er getötet, zwei weitere schwer verletzt: Der Flughafen-Attentäter Arid Uka ist heute vom Frankfurter Oberlandesgericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Gleichzeitig stellten die Richter eine besondere Schwere der Schuld fest.

Das Urteil, das das Frankfurter Oberlandesgericht gegen Arid Uka gefällt hat, ist keine Überraschung. Bundesanwaltschaft und Verteidigung waren sich in ihren Plädoyers einig, dass Arid U. wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis muss. Offen war, ob der Staatsschutzsenat dem Antrag der Bundesanwaltschaft folgt und die besondere Schwere der Schuld feststellt.

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist jetzt ausgeschlossen, dass der aus dem Kosovo stammende Arid Uka nach 15 Jahren Haft vorzeitig auf freien Fuß kommt. Eine besondere Schwere der Schuld liegt vor, wenn der Verurteilte besonders brutal und grausam vorgeht oder seinem Opfer große Qualen zufügt. Nur in Ausnahmefällen - etwa bei hohem Alter oder schwerer Krankheit - kann ein Täter in diesem Fall mit einer vorzeitigen Entlassung rechnen.

Das Flughafen-Attentat von Arid Uka am 2. März vergangenen Jahres gilt als der erste vollendete islamistische Anschlag in Deutschland. Der damals 21-Jährige hatte am 2. März mit den Worten „Allahu akbar“ – „Gott ist groß“ am Frankfurter Flughafen das Feuer auf die Insassen eines US-amerikanischen Militärbusses eröffnet. Dabei erschoss er am Abschnitt E des Terminals 2 zwei US-Soldaten - einen Soldaten der US-Air-Force vor dem Bus und den Fahrer im Bus. Zwei weitere, im Bus sitzende US-Soldaten verletzte er mit Schüssen in Kopf und Oberkörper schwer. Nach dem Angriff auf die US-amerikanischen Soldaten war der Frankfurter ins Innere des Flughafenterminals 2 geflüchtet. Dort wurde er von Beamten der Bundespolizei überwältigt.

Auslöser für seine Bluttat war nach Aussage Arid Ukas vor Gericht ein Video im Internet, eine Szene aus einem US-Spielfilm, in dem US-amerikanische Soldaten muslimische Frauen vergewaltigen, die der aus einer eher säkularen Familie kommende Mann für bare Münze nahm. Auf dem Weg zum Flughafen hörte er auf seinem MP3-Player „Mutter, bleibe standhaft, dein Sohn ist im Dschihad“. Im Internet war er vor dem Attentat in den einschlägigen islamistischen Foren unterwegs gewesen und postete unter seinem Alias-Namen „Abu Reyyan“. Der damals 21-Jährige gelangte dadurch zu der festen Überzeugung, dass sich seine Glaubensbrüder und –schwestern in einem permanenten globalen Krieg mit den USA befänden.

Im Prozess versuchte Arid Ukas Verteidigerin Michaela Roth ihn trotz der schweren Vorwürfe in positivem Licht erscheinen zu lassen. Vor dem Staatsschutzsenat hatten sie seit Ende August immer wieder betont, dass sie ihren Mandanten nicht für einen religiösen oder gar islamistischen Terroristen hält. „Er ist nicht der typische Gewaltverbrecher“, hatte Roth auch in ihrem Schlussvortrag hervorgehoben.

Gleichwohl musste die Anwältin einräumen, dass wohl nur eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten infrage kommen werde. Zum Schluss kämpfte sie dafür, dass nicht zusätzlich die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird. (skb mit dpa)


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