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Görlitzer Kaufhausbesitzer: Afrikaner zeigen Stöcker wegen Volksverhetzung an

Der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker im Görlitzer Kaufhaus

Der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker im Görlitzer Kaufhaus

Foto:

Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

Berlin -

Der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland hat den Görlitzer Unternehmer Winfried Stöcker wegen Volksverhetzung angezeigt. Anlass seien „rassistische“ Äußerungen Stöckers in der „Sachsischen Zeitung“, wie die Organisation am Montag in Berlin mitteilte. Der Medizinprofessor hatte ein Benefizkonzert für Flüchtlinge in einem in seinem Besitz befindlichen Kaufhaus verboten und dies damit begründet, dass Afrikaner, die er an anderer Stelle „Neger“ nennt, „in jedem Fall“ das Asylrecht „missbrauchen“.

Stöcker schrieb zudem in dem per E-Mail geführten und auf der Homepage der Zeitung veröffentlichten Interview, er „würde die Afrikaner, die ungebeten übers Mittelmeer zu uns gelangen, sofort wieder nach Hause schicken, dann lassen die nächsten solche gefährlichen Bootstouren bleiben, und keiner ertrinkt mehr“. Weiter schrieb Stöcker: „Vor 20 Jahren haben sich in Ruanda die Neger millionenfach abgeschlachtet. Hätten wir die alle bei uns aufnehmen sollen?“ Der Zentralrat sieht darin eine Verunglimpfung von mehr als einer Milliarde Afrikaner und erstattete Anzeige.

Der Unternehmer äußerte sich in dem Interview auch über „die Türken“, die für ihn arbeiten. Sie hätten „kein Recht, sich in Deutschland festzusetzen und darauf hinzuarbeiten, uns zu verdrängen“. Er wolle nicht, „dass uns am Ende Deutschland weggenommen wird“. Stöckers Äußerungen waren Görlitz in Politik, Kirchengemeinden und bei Bürgern auf massive Kritik gestoßen. (afp)