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NRW-Ministerpräsidentin mit Video-Tagebuch: Hannelore Kraft hat Youtube für sich entdeckt

Hannelore Kraft

Hannelore Kraft im Video

Foto:

Screenshot Youtube

Berlin -

Ist Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, der neue LeFloid der Bundespolitik? Das jedenfalls fragt man sich, wenn man ihr neuestes Digitalprojekt ansieht. Denn während andere Politiker sich gerade noch einen Twitteraccount einrichten, ist die 54-Jährige schon längst einen Schritt weiter:  Kraft ist unter die YouTuber gegangen.  Seit neuestem führt sie ein digitales Tagebuch, einen sogenannten „Vlog“ -  also eine Mischung aus „Blog“ und „Video“.

Mit verquollenen Augen sitzt sie morgens um kurz vor sechs  im Auto, schaut in die Fisheye-Kamera und erzählt,  was heute auf ihrer  Agenda steht. „Erst mal muss ich gucken, dass ich klar komme“, sagt sie schlaftrunken und ganz jugendsprachgerecht. Weiter geht´s zum Flughafen, ins Parteibüro, ins Kanzleramt, zum  Bahnhof, in die NRW-Kabinettssitzung – überall zieht Kraft Selfiestick und Kamera aus der Tasche, schwenkt etwas nervös durch die Umgebung und kommentiert das Geschehen („Endlich kriegen wir was zu essen, denn seit dem Frühstück habe ich nichts mehr gehabt.  Ich hoffe, dass wir jetzt ordentlich was zwischen die Zähne bekommen.“).

Viel Zuspruch

Manchmal schauen ihre Parteikollegen mit in die Kamera: Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz,  posiert lächelnd für´s Selfie-Video; Stephan Weil (SPD), Niedersächsischer Ministerpräsident,  schaut fragend und ein wenig verwundert über seine Brille ob der neuen Bewegtbildleidenschaft seiner Kollegin.

Bis spät in die Nacht geht das so: "Wie man sieht, ich bin jetzt schon aufgehübscht für heute Abend, weil ist  ne Abendveranstaltung mit elegant und so", erzählt sie ihrem Publikum.  Ihr sei wichtig, diesen Einblick zu geben, spricht Kraft ins Mikro. Der Job sei spannend, beklagen wolle sie sich nicht, sie verdiene ja schließlich auch genug Geld damit.

Für dieses bisher neue Format hat Kraft viel Zuspruch bekommen. „Ein wirklich interessanter Versuch, gerade bei jungen Menschen, wieder mehr ‚Politik-Affinität‘ zu schaffen und gleichzeitig die Transparenz der Politik zu fördern. Gerne mehr“, schreibt ‚florianreichelt‘  unter dem Video. Oder: „Frau Ministerpräsidentin auf YouTube, gefällt mir! Das schafft Bürgernähe, vor allem zu uns Jugendlichen. Auch wenn ich eher in die grüne Richtung gehe - Frau Kraft ist mir sehr sympathisch. I like!“, kommentiert  Maria Hartmann. Kraft bekommt auch Tipps: „Sehr gut. Aber besser ohne Fischaugenkammara, macht eine dicke Nase, sehr unvorteilhaft“, schreibt Lilly Sweetie.


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