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Kommentar zu US-Vorwahlen: Eine der ältesten Demokratien der Welt muss vor Trump gerettet werden

Republikanischer US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump während seiner Ansprache in New Hampshire.

Republikanischer US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump während seiner Ansprache in New Hampshire.

Foto:

reuters

Washington -

Der schlimmste Albtraum der US-Republikaner könnte tatsächlich wahr werden. Nach Donald Trumps Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire werden es die Konservativen noch schwerer haben, eine Kandidatur des Geschäftsmannes aus New York bei der Präsidentschaftswahl im November abzuwenden.

Was sich in Iowa vor einer Woche schon angedeutet hat, hat der milliardenschwere Populist am Dienstagabend in New Hampshire noch einmal eindrucksvoll bestätigt. Er schafft es, mit seinen inhaltsleeren Hetzparolen etwa ein Drittel der republikanischen Wähler hinter sich zu bringen.

Mit Leichtigkeit scheint Trump, der auf seinen Status als Nicht-Politiker pocht, die sogenannten Establishment-Kandidaten in der republikanischen Partei hinter sich zu lassen. Es ist nun an der Zeit, dass sich diese Möchtegern-Präsidenten etwas einfallen lassen.

In normalen Zeiten wären der Ex-Gouverneur Jeb Bush sowie die amtierenden Gouverneure John Kasich und Chris Christie so etwas wie gesetzte Kandidaten bei den Republikanern. Aber die Zeiten sind nicht normal. Donald Trump schürt die Angst der Menschen vor der Zukunft, um sie schamlos für seine Zwecke ausnutzen zu können.

Noch ist es nicht zu spät, dass sich die Herren Bush, Kasich und Christie besinnen. Sie kommen zusammen auf etwa genau so viele Stimmen wie Trump. Zwei von ihnen könnten sich zum Beispiel so schnell wie möglich aus dem Rennen um die Nachfolge von Barack Obama verabschieden und den verbliebenen Dritten unterstützen. Das wäre vielleicht ungewöhnlich, aber die Zeiten erfordern ungewöhnliche Schritte.

Das wäre zwar noch keine Garantie dafür, dass Trump am Ende verhindert wird. Doch den Versuch wäre es wert. Es geht schließlich bei dieser Präsidentschaftswahl um mehr als persönliche Ambitionen. Es geht darum, dass sich die älteste Demokratie der Welt nicht auch noch freiwillig der Lächerlichkeit preisgibt.


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