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Berliner Zeitung | Kommentar zur Flüchtlingspolitik: Lasst die Flüchtlinge ins Bundesinnenministerium ziehen!
23. November 2015
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Kommentar zur Flüchtlingspolitik: Lasst die Flüchtlinge ins Bundesinnenministerium ziehen!

Im leer stehenden Gebäude des Bundesinnenministeriums in Berlin-Moabit wäre genug Platz für Flüchtlinge.

Im leer stehenden Gebäude des Bundesinnenministeriums in Berlin-Moabit wäre genug Platz für Flüchtlinge.

Foto:

imago/Schöning

Die Flüchtlingsproblematik ist offenbar ausgerechnet im Bundesinnenministerium noch nicht so richtig angekommen. Anders kann man sich eine wahrhaft bräsige Antwort des Ministeriums auf die Anregung des Bundestags-Abgeordneten Christian Ströbele (Grüne) nicht erklären: Der hat mittlerweile bereits mehrfach angefragt, warum das leerstehende Gebäude des Bundesinnenministeriums in Moabit nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann.

570.000 Euro im Monat – für nichts

Immerhin zahle der Bund monatlich 570.000 Euro Miete für die rund 800 Büros, die nicht mehr benötigt werden, seit das Ministerium einen eigenen Neubau bezogen hat. Ja, warum eigentlich keine Flüchtlingsunterkunft daraus machen? In Berlin sind zig Turnhallen belegt, sogar die Flugzeughangars in Tempelhof – da wären die leerstehenden Büros doch schnell herzurichten.

Zumal sie auch noch sehr nah am Lageso liegen, wo – wie wir alle wissen – immer noch Flüchtlinge die Nacht verbringen müssen. Doch die Antwort fiel so aus, wie man sie sich von einer Behörde vorstellt: Das Ministerium habe das Gebäude bis 2016 gemietet, eine Zwischennutzung sei nicht vorgesehen, hieß es lapidar. Ja, dann.

Immer wieder geht es ums Tempelhofer Feld

Irgendwie hat man sich das mit der deutschen Flexibilität anders vorgestellt, die die Kanzlerin angesichts der wirklich dramatischen Lage eingefordert hat. Für das Tempelhof-Gesetz zum Beispiel kann man sich diese Flexibilität ganz gut vorstellen. Am Rande des Feldes sollen Traglufthallen aufgestellt werden. Zunächst.

Mit Sicherheit werden die Begehrlichkeiten angesichts der riesigen Fläche größer werden. Schon heißt es polemisch, die Kite-Surfer sollten „woanders spielen“. Das macht sich gut. Aber die Frage muss erlaubt sein: Warum sollten sie, wenn woanders hunderte Räume leer stehen?

Ehemaliges Innenministerium mit 850 Räumen steht noch immer leer. Deshalb meine Frage:Wie glaubt die Bundesregierung...

Posted by Hans Christian Ströbele on Mittwoch, 18. November 2015

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