blz_logo12,9

Krise in Palästina: Hamas will Gaza von Israel abkoppeln

Hamas-Führer Ismail Hanija (mitte) feiert den vereinbarten Waffenstillstand.

Hamas-Führer Ismail Hanija (mitte) feiert den vereinbarten Waffenstillstand.

Foto:

AFP

Gaza -

Die radikal-islamische Hamas will den palästinensischen Gazastreifen von Israel möglichst abkoppeln. „Wir werden einen Flughafen und einen Seehafen bauen und damit jede Abhängigkeit von Israel beenden“, erklärte das Hamas-Führungsmitglied Mahmud al-Sahar. „Israel hält sich an keine Abkommen, wir müssen uns auf uns selbst stützen können“, sagte der Politiker, der innerhalb seiner Organisation als Hardliner gilt und großen Einfluss auf die Führung des militärischen Flügels haben soll.

„Belagerung aufheben“

Vor zwei Wochen hatte eine vorläufige Feuerpause den jüngsten, 50-tägigen Krieg zwischen Israel und den Militanten im Gazastreifen beendet. In den nächsten zwei Wochen sollen in Kairo Gespräche über einen dauerhaften Waffenstillstand beginnen. „Bis jetzt gibt es noch keine Anzeichen für eine Einladung seitens des Gastgebers Ägypten“, sagte Al-Sahar. Seinen Worten zufolge wird es darum gehen, „die Belagerung aufzuheben, die Grenzen zu öffnen und den Palästinensern zu ermöglichen, als menschliche Wesen zu leben“.

Israel und Ägypten blockieren seit der Machtübernahme der Hamas 2007 den Waren- und Personenverkehr nach Gaza. Über die Grenzübergänge sei die Hamas ohnehin nicht glücklich, führte Al-Sahar weiter aus. „Die Israelis nutzen diese Übergänge nur dazu, um aus unseren Leuten Kollaborateure zu machen, etwa indem sie sie als Arbeitskräfte beim Bau illegaler Siedlungen im Westjordanland beschäftigen.“ (dpa)