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Radwege in Berlin: Der Rad-Volksentscheid ist vor allem Propaganda

Radentscheid

Der Berliner Radverkehr soll besser werden - zumindest, wenn es nach einem geplanten Volksbegehren Berliner Fahrrad-Fans geht.

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picture alliance / dpa

Muss denn erst mit einem Volksentscheid gedroht werden, damit Berlin die Radfahrer ernst nimmt? Das glauben offenbar diejenigen, die jetzt dazu aufrufen, den Senat per Gesetz zu zwingen, mehr und bessere Radwege zu bauen.

Wenn es nützen würde - warum nicht? Hier scheint aber eher die Abteilung Agitation und Propaganda aktiv zu sein. Seit der Volksentscheid zum Flugfeld Tempelhof die Politik erschüttert hat, glaubt jeder, dies sei die stärkste Waffe, um Senat und Bezirke unter Druck zu setzen. Ein Volksentscheid aber, der das selbe will wie der Senat, nur mehr und das sofort, nutzt dieses wichtige demokratische Instrument ab.

Ich halte also gar nichts von diesem Volksentscheid. In der Sache aber haben die Radfahraktivisten vollkommen Recht. Der Radverkehr ist enorm gestiegen und die Verkehrspolitiker reagieren viel zu langsam. Vielerorts sind die Radwege noch aus den 80er Jahren und schlängeln sich idyllisch zwischen Baumwurzeln.

Aber auch neue Planungen sind bei Fertigstellung veraltet. Trauriges Beispiel: Der Alexanderplatz, wo manche Fahrradspur so schmal ist, dass kaum ein Radfahrer darauf Platz hat.
Also: Berlin ist absolut nicht spitze für Radfahrer und die Verantwortlichen haben allen Grund, schneller und vor allem vorausschauender zu planen und zu bauen.

Nun werden alle Nicht-Radfahrer unter Ihnen fragen: Was ist mit den Kampfradlern, die sich sowieso nicht an Radwege halten, was mit den rücksichtslosen Gehwegrasern, was mit denen, die ohne Licht und ohne rote Ampeln zu beachten, durch die Stadt brettern, als seien sie bei der Formel 1? Ja, die gibt es, und Ja, die sind zu kritisieren. Aber nicht hier und nicht heute. Ein andermal wieder.

Hören Sie hier den Kommentar für Radio Eins in voller Länge:



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