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Nach fremdenfeindlichem Tweet: Erika Steinbach schimpft über Kölner Kardinal Woelki

Erika Steinbach 010316

Erika Steinbach

Foto:

dpa

Nach heftiger Kritik hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach ihren Foto-Kommentar zur Einwanderung verteidigt. „Es ist kein aggressives Foto“, sagte sie der „Bild“-Zeitung, es zeige lediglich ein Problem. Auf die Frage, ob Deutschland 2030 wirklich so aussehen könne, wie auf dem von ihr im Internetdienst Twitter verbreiteten Foto, antwortete sie: „Die Daten deuten darauf hin. In Großstädten gibt es jetzt schon einen erheblichen Anteil nichtdeutscher Bevölkerung.“

Das Foto zeigt ein blondes Kind umringt von dunkelhäutigen Menschen. Darüber steht: „Deutschland 2030“, darunter „Woher kommst du denn?“ Es sei ihr von einem Vater aus Frankfurt am Main zugeschickt worden, dessen Kind in seiner Klasse nur noch zwei weitere deutsche Mitschüler habe.

Ein Tweet ( http://bit.ly/1TeazNN) von Erika Steinbach, Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der...

Posted by Erzbistum Köln on Samstag, 27. Februar 2016

Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, forderte von der CDU personelle Konsequenzen: „Frau Steinbach sollte nicht länger im Angebot der CDU sein. Ein Ausschluss aus der Fraktion ist dringend geboten.“ Auch aus ihrer Partei kommt Kritik an Steinbach. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte im ZDF-„Morgenmagazin“: „Das ist natürlich totaler Unsinn, was sie gemacht hat.“

Steinbach versteht die Aufregung nicht

Steinbach selbst machte deutlich, dass sie die Aufregung nicht versteht: „Den Medien sind offenbar die Themen ausgegangen. Sonst würden sie sich mit Wesentlicherem als dem von mir getwitterten Foto abgeben“, schrieb sie auf Twitter.

Steinbach reagierte auch auf die scharfe Kritik des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki reagiert. Dieser hatte über den Facebook-Account des Erzbistum Köln gesagt, ihr Tweet würde "Ängste schüren". "Es ist ein Schlag ins Gesicht all der Tausenden von Ehrenamtlichen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren. Und es spricht Steinbachts Amt als menschenpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Hohn", so Woelki weiter.

Steinbach twitterte daraufhin am Sonntagabend: "Logisch denken sollte ein Kardinal können. Nicht Menschen auf dem Bild sind Ziel, sondern Zuwanderungspolitik." Zuvor schrieb sie unter anderem von "Galgenhumor" und davon, dass sie allen "Realitätsverweigerern" sagen wolle, dass mehr Menschen in Deutschland die Sorge hätten, "dass Einheimische zur Minderheit werden als Sie es für möglich halten." (dpa, red)