Afghanistan: Obama entschuldigt sich für Koranverbrennung
Der Protest gegen die vermeintliche Koranverbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan ebbt nicht ab. Erneut gingen hunderte Menschen auf die Barrikaden. Foto: Mirwice Sahel
Der Protest gegen die vermeintliche Koranverbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan ebbt nicht ab. Erneut gingen hunderte Menschen auf die Barrikaden. Foto: Mirwice Sahel
Kabul –
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US-Präsident Barack Obama hat sich nach Angaben der afghanischen Regierung für die unbedachte Koranverbrennung durch amerikanische Soldaten in Afghanistan entschuldigt. US-Botschafter Ryan Crocker habe das offizielle Schreiben an Präsident Hamid Karsai übergeben, teilte der Präsidentenpalast in Kabul mit.
Die Ausschreitungen wegen der unbedachten Koranverbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan haben sich heute ausgeweitet und mindestens vier Demonstranten das Leben gekostet. Bei Zusammenstößen in der südafghanischen Provinz Urusgan seien drei Demonstranten getötet worden, sagte ein Polizeisprecher. In der nordafghanischen Provinz Baghlan, die zum Einsatzgebiet der Bundeswehr gehört, starb nach Angaben der Behörden ein Demonstrant.
Vor dem US-Stützpunkt in Bagram haben sich am Dienstag Tausende Afghanen versammelt. Sie demonstrieren gegen die mutmaßliche Schändung des Koran durch Soldaten der Nato. Isaf-Kommandeur John Allen entschuldigt sich für den Vorfall.
In der ostafghanischen Provinz Nangarhar wurden zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf von einem Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte erschossen. Aus afghanischen Sicherheitskreisen hieß es, bei Protesten vor einem US-Stützpunkt im Distrikt Khogyani habe ein Polizist das Feuer auf die Soldaten eröffnet. «Es scheint, als tötete er sie, um die Koranverbrennung zu rächen.» Nach Isaf-Darstellung erschoss ein einheimischer Soldat zwei ausländische Kameraden. Die Isaf äußerte sich nicht zu Einzelheiten.
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Nach Angaben der Polizei in Urusgan begannen die Zusammenstöße, als Aufrührer unter den Demonstranten das Feuer eröffneten. In Baghlan sagte der Gouverneur des Distrikts Baghlan-e-Markasi, hunderte Menschen hätten versucht, das dortige Polizei-Hauptquartier zu stürmen. Bereits am Mittwoch waren nach unterschiedlichen Behördenangaben zwischen sieben und neun Demonstranten bei Ausschreitungen in Kabul und in ostafghanischen Provinzen gestorben. Am Donnerstag kam es auch in Kabul wieder zu Protesten. (dpa)
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