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Nach Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof: Ex-Bundespolizist Nick Hein spricht von Tätern aus Nordafrika

Nick Hein

Nick Hein vor dem Kölner Hauptbahnhof

Foto:

Screenshot Facebook

Köln -

Ein Facebook-Post, den der bekannte Martial-Arts-Kämpfer und Ex-Bundespolizist Nick Hein am Sonntag auf seiner Seite veröffentlichte, wird derzeit tausendfach geteilt. Hein, der nach eigenen Angaben drei Jahre am Kölner Hauptbahnhof eingesetzt war, bezieht sich auf die sexuellen Übergriffe und Diebstähle in der Silvesternacht. Hein spricht seinen Kollegen, die derzeit heftig in der Kritik stehen, seine Solidarität aus.

Mein Wort zum Sonntag. Heute mache ich mir wahrscheinlich ein paar Feinde.Ich war 11 Jahre Polizist der...

Posted by Nick Hein on Sonntag, 10. Januar 2016

„Am Hauptbahnhof bekommt man es mit besonderen Abgründen zu tun. Drogenschicksale, organisierter Diebstahl, Asyl und Suizid, besonders zur Weihnachtszeit ein trauriges Phänomen. Bahnhofspolizisten müssen das wegstecken“, so Nick Hein, der seinen ehemaligen Kameraden dankt - auch dafür, dass sie ihn und seinen Sport trotz ständiger Unterbesetzung unterstützt hätten. An diesem speziellen Einsatzort stehe man unter besonderem Druck.

Dann schildert der Ex-Polizist Fakten, die in Köln inzwischen gut bekannt sind: Das mit Abstand größte Kriminalitätsphänomen am Kölner Hauptbahnhof sei der Taschendiebstahl, an einigen Tagen hätten die Beamten 20 bis 30 Diebstähle aufgenommen.

Nordafrikaner im Asylverfahren

Und dann kommt Nick Hein zu einem Punkt, von dem er glaubt, er mache sich „wahrscheinlich ein paar Feinde“, wenn er diesen benennt: „Verwunderlich war dabei, dass es bei Intensivtätern fast immer die gleiche Tätergruppe war. Nordafrikaner im Asylverfahren“. Damit bestätigt er die Erkenntnisse, die inzwischen auch bundesweit für Aufregung sorgen und die der Asyldebatte eine neue Färbung gegeben haben.

Die Polizei stehe Wiederholungstätern machtlos gegenüber, da das deutsche Gesetz eine Ausweisung dieser Tätergruppe nur in schwerwiegenden Fällen vorsieht. Hein schildert, wie sich die Kriminellen mit diesem Wissen über die Polizei lustig gemacht hätten. „Das ist für mich bis heute unfassbar“, schreibt Hein. Die Politik mache nun die Polizei für jahrelange falsche Weichenstellungen verantwortlich.

Hilfe für Menschen in Not

Der 31-Jährige verwahrt sich aber gleichzeitig gegen rechte Hetze und schreibt, „Ich widerspreche auch Menschen, die grundsätzlich gegen Asyl sind, da unsere Regierung durch exorbitante Waffenexporte nicht unschuldig an dieser Situation ist“. Er sei Polizist geworden, um Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen.

Nick Hein war deutscher Judomeister und kämpft in der UFC (Ultimate Fighting Championship). Auch im deutschen TV war er zu sehen: In der Serie „Diese Kaminskis“ spielte Hein einen prolligen Bestatter. Die Scripted-Reality-Fake-Doku nach dem Vorbild von „Six Feet Under“ lief auf ZDFneo. (cm)