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Pakistan: Selbstmordattentäter tötet mindestens 65 Menschen - viele Frauen und Kinder

Anschlag in Lahore Pakistan

Rettungskräfte transportieren Leichen ab.

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REUTERS

Lahore -

Bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe eines Kinderspielplatzes im Osten Pakistans sind mindestens 65 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Die meisten der Opfer seien Frauen und Kinder, teilten die Behörden am Sonntag mit. Der Attentäter habe die Bombe in der Millionen-Stadt Lahore in einem Park wenige Meter von Kinder-Schaukeln entfernt gezündet. Zu der Tat bekannte sich ein Ableger der radikal-islamischen Taliban.

Viele der Verletzten seien schwer verwundet, deshalb müsse von einer weiter steigenden Zahl an Toten ausgegangen werden, sagte Salman Rafique, ein Berater der Gesundheitsbehörden in der Provinz Punjab, zu der auch Lahore gehört.

Hunderte wollen Blut spenden

Augenzeugen sprachen von schrecklichen Szenen, die sich während und nach der Tat abgespielt hätten. Da die Detonation sehr stark gewesen sei, lägen Leichenteile in dem Park verstreut. Auf Fernsehbildern waren weinende Frauen und Kinder zu sehen, die unter Schock inmitten von Blutlachen standen. Verletzte wurden auch von Privatleuten in deren Fahrzeugen in Kliniken gebracht, da nicht genügend Rettungswagen zur Verfügung standen. Zudem versammelten sich binnen kurzer Zeit hunderte Menschen vor den Krankenhäusern, um Blut zu spenden.

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Angehörige der Opfer trauern vor einem Krankenhaus in Lahore.

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dpa

Die Regionalregierung von Punjab ordnete nach dem Anschlag die Schließung aller öffentlichen Parks an. Soldaten wurden zur Kontrolle abgestellt. Lahore hat mehrere Millionen Einwohner und gehört zu dem größten Städten des Landes.

Ziel waren Christen

Der Taliban-Anleger Jamaat-ul-Ahrar erklärte kurz nach der Tat, Ziel des Anschlags seien Christen gewesen. An Ministerpräsident Nawaz Sharif gehe die Botschaft, dass man in Lahore Fuß gefasst habe. „Er kann machen was er will, aber er wird uns nicht stoppen können. Unsere Selbstmord-Attentäter werde solche Anschläge wiederholen.“

Pakistan leidet seit langem unter Extremisten der Taliban, kriminellen Banden und Spannungen zwischen unterschiedlichen Religionsströmungen. In Punjab, der politischen Hochburg von Sharif, ist es üblicherweise aber friedlicher als in anderen Teilen des Landes. Im überwiegend muslimischen Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen von Extremisten auf Christen und andere religiöse Minderheiten.

Lahore

Die Stadt Lahore liegt im Nordosten Pakistans nahe der Grenze zu Indien.

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Screenshot Google Maps.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sprach von einem „abscheulichen Anschlag gegen Familien“. Deutschland spreche der pakistanischen Regierung und Bevölkerung sein tiefes Beileid aus. „Dieses Verbrechen kann uns nur darin bestärken, weiter gemeinsam mit allen Mitteln des Rechtsstaats gegen die Hintermänner des Terrors und gegen die menschenverachtende Ideologie, der er folgt, vorzugehen.“ (rtr)


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