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Peer Steinbrück SPD: Steinbrück verteidigt Kritik am Kanzlergehalt

Peer Steinbrück verteidigt in einem Interview seine Kritik am Kanzlergehalt.
Peer Steinbrück verteidigt in einem Interview seine Kritik am Kanzlergehalt.
Foto: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verteidigt in einem Interview seine Kritik am Gehalt eines deutschen Bundeskanzlers. Unterdessen hat eine Zeitung herausgefunden, dass Steinbrück vor einigen Jahren selbst Sparkassenchef werden wollte.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Bemerkung verteidigt, dass ein Bundeskanzler in Deutschland zu wenig Geld verdiene. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte Steinbrück, er habe „mitnichten gefordert, das Kanzlergehalt zu erhöhen, wie es zu lesen und hören war“. Manche Kritik habe daher „etwas moniert, was ich so gar nicht gesagt habe“. Er habe nur auf vergleichbare Positionen in der Gesellschaft und die große Verantwortung hingewiesen. „Diese Wahrheit werde ich nicht verschweigen, auch nicht als Kanzlerkandidat“, bekräftigte der 65-Jährige.

Der Spitzenmann der SPD für die Bundestagswahl im September war in der eigenen Partei für die Äußerung kritisiert worden, hatte aber auch Unterstützung bekommen. In der niedersächsischen SPD zeigten sich Wahlkämpfer erleichtert, dass die Debatte gut zwei Wochen vor der Landtagswahl am 20. Januar der SPD nach Umfragen offenbar nicht geschadet hat.

Bei einer SPD-Veranstaltung am Freitagabend im ostfriesischen Emden mit etwa 1500 Besuchern sprach Steinbrück das Thema nicht an. Allerdings machte er am Rande keinen Hehl daraus, dass ihn die teils sehr kritische Kommentierung in den Medien verärgert hat. Bei einem Firmenbesuch in Emden sagte er dazu: „Ich glaube, dass Politiker das aussprechen müssen, was sie denken. Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass Politiker nicht nach opportunen Gesichtspunkten sich äußern, sondern dass sie sagen, was sie denken.“

Zeitung: Steinbrück wollte einst Sparkassenchef werden

Im „Tagesspiegel“ bezeichnete der Kanzlerkandidat es als „Unfug“, dass seine Äußerung so verstanden werden könnte, als wollte er den Job nur machen, wenn mehr Geld dafür bezahlt werde. „Dass es jetzt heißt, ich sollte solche Sätze nicht sagen, weil ich Kanzlerkandidat bin, darüber sollten andere nachdenken“, sagte Steinbrück. „Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, Steinbrück habe vor fast 15 Jahren selbst Sparkassenchef werden wollen. Er habe sich im August 1998 informell darum beworben, die Nachfolge des Präsidenten des schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes anzutreten. Der Posten sei damals mit 400.000 Mark dotiert gewesen. Seine Kandidatur sei aber von der eigenen Partei hintertrieben worden. In seinem umstrittenen Interview mit der F.A.S. zum Kanzlergehalt hatte Steinbrück auch gesagt: „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin.“

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, sprach sich dafür aus, die Politiker-Gehälter zu erhöhen, im Gegenzug aber ihre Pensionen zu kürzen. In der Zeitschrift „SuperIllu“ verwies er darauf, dass ein Bundeskanzler nach zwei Amtsperioden einen Anspruch auf ein Ruhegehalt in Höhe von monatlich 6400 Euro habe: „Dafür müsste selbst ein Spitzenverdiener 110 Jahre den Höchstsatz in die Rentenversicherung einzahlen.“ (rtr)

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