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Rechtsextremismus im Sport: Neonazis infiltrieren Sportvereine

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Ein Dynamo-Anhänger trägt ein T-Shirt mit der spanischen Aufschrift «Nacion, Raca, Socialismo» (Nation, Rasse, Sozialismus).
Ein Dynamo-Anhänger trägt ein T-Shirt mit der spanischen Aufschrift «Nacion, Raca, Socialismo» (Nation, Rasse, Sozialismus).
Foto: dpa

Der Brandenburger Verfassungsschutz warnt: Neonazis würden versuchen, in Sportvereinen Einfluss zu nehmen und die Jugendlichen für ihre Ideologien zu gewinnen. Das Problem sei zu lange missachtet worden.

Die Chefin des Verfassungsschutzes in Brandenburg hat Sportvereine aufgefordert, sich stärker mit dem Thema Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. Neonazis versuchten, das Vereinsleben zu beeinflussen. „Der Sport hat sich lange Zeit sehr schwergetan, weil man sich für unpolitisch gehalten hat“, sagte Winfriede Schreiber der Deutschen Presse-Agentur. „Mehr und mehr erkennen die Vereine, dass sie sich zur Demokratie bekennen müssen.“ Viele hätten inzwischen in der Satzung ein klares Bekenntnis verankert. Dies werde jedoch nicht immer konsequent in der Praxis umgesetzt – oft aus wirtschaftlichen Gründen.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, erklärte der Berliner Zeitung, es sei „nicht ausgeschlossen, dass sich Rechtsextreme auf diese Art und Weise an Jugendliche heranmachen“. Er könne aber weder bestätigen noch dementieren, dass es an der Stelle ein größeres Problem gebe. Ähnlich äußerte sich der frühere Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), der in Brandenburg seinen Wahlkreis hat. Uhl wies zudem daraufhin, dass der Staat bei der Bekämpfung von Gewalt in Fußballstadien viel Geld ausgebe.

Tatsächlich ist es Strategie etwa der NPD, im Alltag der Menschen Fuß zu fassen. Das gelingt vor allem in den Hochburgen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Sportvereine sind ein lohnendes Opfer, weil es immer öfter an Ehrenamtlichen mangele. In Sachsen-Anhalt war der rechtsextreme Schornsteinfeger Lutz Battke, der zum Zeichen seiner Gesinnung ein Hitler-Bärtchen trägt, als Fußball-Trainer einer Jugendmannschaft des Lauchaer BSC 99 in Erscheinung getreten. Den Beruf des Schornsteinfegers darf er inzwischen nicht mehr ausüben. Der Verein indes ging erst nach erheblichem öffentlichen Druck auf Distanz. Battke pfiff auch Jugendspiele.

Dabei ist das Problem Rechtsextremismus im Sport keineswegs auf Ostdeutschland beschränkt. Zuletzt hatte Borussia Dortmund acht Rechtsextremisten Stadionverbot erteilt. Insgesamt wird die Gruppe rechtsradikaler Fans im Club auf gut drei Dutzend geschätzt. In Dortmund wachsen die Probleme mit Rechtsextremisten auch sonst. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es bei Alemannia Aachen mit einem Fanklub namens „Karlsbande Ultras“, der Rechtsextremisten in seinen Reihen duldet. (mit dpa)

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