Wegen eines Stromausfalls ist am Donnerstag der gesamte Berliner S-Bahnverkehr zum Erliegen gekommen. Foto: Gerd Engelsmann
Wegen eines Stromausfalls ist am Donnerstag der gesamte Berliner S-Bahnverkehr zum Erliegen gekommen. Foto: Gerd Engelsmann
Durch einen Stromausfall nach Kontrollarbeiten standen alle S-Bahn-Züge in der Hauptstadt am Donnerstag stundenlang still. Tausende mussten auf freier Strecke aussteigen, auch Regional- und Fernverkehr waren betroffen.
Diesmal war es kein Frost, es war auch nicht zu heiß. Es war ein Stromausfall in der Betriebszentrale, der die Berliner S-Bahn am Donnerstag größtenteils lahmlegte. Auf den meisten S-Bahn-Linien kam der Verkehr zum Stillstand, weil die Signale auf Rot sprangen. Fahrgäste mussten stundenlang in S-Bahnen ausharren. Einige Züge, unter anderem im Nord-Süd-Tunnel, mussten evakuiert werden. In anderen Fällen öffneten Reisende die Türen und liefen über die Gleise. Auch der Fern- und Regionalverkehr war unterbrochen. „So etwas habe ich in mehr als 40 Jahren nicht erlebt“, sagte ein alter Eisenbahner.
Stromausfall: Berliner S-Bahn-Verkehr zusammengebrochen
Grund sei ein Stromausfall im elektronischen Stellwerk in Halensee, teilte ein Bahnsprecher mit. Die Bundespolizei schließt einen Brand-Anschlag auf Anlagen der Bahn aus.
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Telefone bleiben still, Bildschirme dunkel, die Internetseite der S-Bahn ist unerreichbar. Nichts ging mehr
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Laut DB geschah es bei Wartungsarbeiten, andere sprechen von einer verunglückten Notfallübung.
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Die Bundespolizei schließt einen Brand-Anschlag auf Anlagen der Bahn aus.
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Es gebe „keine Anhaltspunkte“ für einen Anschlag, sagte ein Sprecher.
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Auf der Stadtbahn war nach Bahnangaben der Regional- und Fernverkehr betroffen. Die Störung begann um 11.45 Uhr.
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Es war der wohl folgenschwerste Stromausfall in der Geschichte des Verkehrsunternehmens.
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Mehrere hunderttausend Fahrgäste waren Leidtragende des Verkehrschaos
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Überall standen Züge, manche auf freier Strecke. - Andere haben es noch in den nächsten S-Bahnhof geschafft.
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Viele Fahrgäste versuchten vergebens via Handy die S-Bahn-Hotline zu erreichen: Besetzt.
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„Stellwerksausfall. Kein Zugverkehr“ stand auf den Anzeigetafeln.
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Bis auf den Osten der Stadt war fast das ganze Stadtgebiet von den Störungen betroffen.
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Die Fahrgäste blieben größtenteils gelassen. Die Stammkunden der S-Bahn sind zu viel gewohnt.
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Viele Fahrgäste mussten auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Vor den Stationen stritten sich die reisenden um die wenigen Taxis.
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Die SPD hat eine schnelle Aufklärung der folgenschweren Panne gefordert.
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In Senatskreisen ist man sich einig: Mit diesem Desaster hat die S-Bahn sich beim neuen Senat einen Bärendienst erwiesen.
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„Die Bahn muss sich auch fragen lassen, warum eine Störung in einem Stellwerk zu einem so weitreichenden Ausfall führt“, teilte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses, Ole Kreins, mit.
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Die Frage sei auch, ob nicht für solche Fälle weitere Sicherungssysteme eingerichtet werden könnten, erklärte Kreins.
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Auch nachdem die Störung behoben war, kam es weiterhin zu Verzögerungen im Bahnbetrieb.
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„Wir und die Fahrgäste werden mit Sicherheit genau hinsehen, ob dieser Zusammenbruch des S-Bahn-Verkehrs ein Beleg dafür ist, dass die Bahn mit dem Betrieb der S-Bahn in der Hauptstadt überfordert ist.“
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„Die S-Bahn hat dem neuen Stadtentwicklungssenator gezeigt, wo der Hammer hängt“, sagte ein Beobachter ironisch. „Wir nehmen alles mit“, pflichtete ihm ein S-Bahner bei.
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So viel steht fest: Für das Unternehmen und seine leidgeprüften Fahrgäste wird es weitere Überraschungen geben. Es ist nur noch nicht klar, welche das sind.
Die Bundespolizei schloss einen terroristischen Anschlag aus. Stattdessen hätten „planmäßige Kontrollarbeiten an der Stromversorgung im elektronischen Stellwerk Halensee“ den Ausfall verursacht, teilte die Bahn am Abend mit. Bei einem Umschaltvorgang, mit dem alle zwei Monate routinemäßig die Notstromversorgung überprüft wird, sei ein Bauteil ausgefallen. Aus ungeklärter Ursache habe auch das vorhandene Reservesystem versagt, so die Bahn. Bei solchen Systemüberprüfungen sei es noch nie zu Auffälligkeiten gekommen, hieß es. Andere Eisenbahner sprachen von einer Havarieübung, die schiefgegangen sei. Anders als erwartet seien die Notstromaggregate nicht angesprungen.
Von der Betriebszentrale Halensee aus steuert DB Netz nicht nur den Betrieb auf fast allen S-Bahn-Linien, sondern auch den Großteil des Fern- und Regionalzugverkehrs in Berlin. Damit hatte der Ausfall für viele Fahrgäste gravierende Folgen. Allein die S-Bahn wird täglich für mehr als eine Million Fahrten genutzt.
Erhebliche Verspätungen
Wer nicht in stehen gebliebenen Zügen eingesperrt war, kam erheblich verspätet ans Ziel. Die Fahrgäste des zweitwichtigsten Verkehrsmittels in Berlin sind viel gewohnt. Seit 2009 musste der S-Bahn-Verkehr häufig eingeschränkt werden. Mal fällt bei Frost oder Hitze die empfindliche Technik aus, dann fehlen Züge, weil neue Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen sind. Derzeit melden sich viele S-Bahn-Fahrer krank.
Der Stromausfall war gegen 11.45 Uhr aufgetreten. Nur auf Strecken, die noch über keine elektronische Stellwerkstechnik verfügen, konnten S-Bahnen fahren, beispielsweise zwischen Ostkreuz und Erkner. Nach Angaben der Bundespolizei begann in einigen Fällen der Betrieb schon relativ bald wieder. „Doch er musste wieder unterbrochen werden, weil Fahrgäste ausstiegen und über die Gleise liefen“, so ein Sprecher. Erst 15.10 Uhr hieß es: „Die S-Bahn nimmt den Verkehr im gesamten Streckennetz ab sofort wieder auf.“ Aber bis in den Abend hinein war er unregelmäßig. Die Betriebszentrale war auch am Abend weiter gestört. An diesem Freitag sei ebenfalls noch mit Ausfällen zu rechnen, so die Bahn.
Der neue Senator für Stadtentwicklung, Michael Müller (SPD), war sauer. „Ich hoffe, dass die S-Bahn ihr technisches Problem so schnell wie möglich in den Griff kriegt“, sagte er. „Dass die gesamten Züge durch einen einzigen Stellwerkdefekt ausfallen, ist kaum vorstellbar.“
Hans-Werner Franz vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg forderte ein besseres Notfallmanagement und kritisierte den „Wahn der Zentralisierung“: „Der Personalabbau hat dazu geführt, dass bei Problemen vor Ort kaum noch Eisenbahner zur Verfügung stehen.“ Die verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Leidig, forderte: „Die S-Bahn muss dem Profitstreben der DB schleunigst entzogen werden – das Sparen auf Kosten der Fahrgäste muss beendet werden.“
Kein Strom, kein Zugverkehr, Menschen sitzen in S-Bahntunneln fest oder warten auf den Gleisen – ein Glück , dass sie ihre Smartphones am Morgen aufgeladen haben und Twitter nicht über die Server der S-Bahn läuft. Lesen Sie hier, wie Chuck Norris das Chaos überstand und warum die FDP wohl nichts damit zu tun hat.
+++ EIL +++ Stromausfall bei der Berliner S-Bahn Gesamter S-Bahnverkehr betroffen. S-Bahnverkehr steht komplett still.@s_bahn_berlin
Libbe Fahrjäste, laidor is was ausgefalln. deswejgn gehts erst späddor weidder. 'tschuldigung. @s_bahn_berlin
Schön, wie es die S-Bahn schafft zu improvisieren, wenn ihr die Weichen wegen des zu milden Winters nicht ordnungsgemäß einfrieren.@343max
Für Modelleisenbahnen gibt es jetzt auch das Modell „Berliner S-Bahn“. Sehr originalgetreu. Also ohne Strom und fährt nicht. @oOtrinityOo
Dass der Zusammenbruch der Berliner S-Bahn auch Schuld der FDP ist, ist ein Gerücht. Die FDP bewegt schon lange nicht mehr so viele Menschen.@schlenzalot
Die Pressestelle der S-Bahn ist heute unterwegs: Adventsausflug. Wie sie unterwegs sind, ist nicht überliefert.@PickiHH
Wenn am Nordbahnhof ne Weichenstörung ist, warum zum Henker steht die S2 Richtung Buch seit 20 Min Gesundbrunnen rum?! @MatrixSpucky
Wahrscheinlich ist die #Sbahn präventiv ausgefallen, weil für Freitag Nacht leichter Schneefall angesagt ist.@jekyllB
Genau wie die Berliner #sBahn, geht meine Uhr in der Küche nicht mehr. Jetzt weiß ich wie die Menschen sich an den Bahnhöfen fühlen.@thierrynobbi
Na, liebe #SBahn, was hammer heut? Winter, allgemeine Unpässlichkeit oder Motivationsdefizit? 4 SBahnen mit Abfahrt <2 auf einem Gleis. @Hynkl
die sbahn ist das windows unter den verkehrssystemen.@lanu
auf zu RAMMSTEIN. wird sicher funny mit der sbahn anzureisen. aus potsdam kommend ... @JohnSilver667
Dank an alle Mitarbeiter der S-Bahn Berlin und Bundespolizei, die die Fahrgäste sicher aus den Zügen evakuiert haben. @s_bahn_berlin
+++ EIL +++ Chuck Norris fährt U-Bahn ++@inpressulum
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