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Kommentar zur Sicherheitskonferenz in München: Worten müssen Taten folgen

Vladimir Putin und Barack Obama haben am Telefon über die Lage in Syrien gesprochen.

Vladimir Putin und Barack Obama haben am Telefon über die Lage in Syrien gesprochen.

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dpa

Die beste Nachricht aus München – kam aus Moskau. Wladimir Putin und Barack Obama haben miteinander telefoniert. Über den Waffenstillstand für Syrien, der am Rande der Sicherheitskonferenz vereinbart wurde. Die beiden Präsidenten lobten die internationale Übereinkunft und gelobten enge Kontakte wegen des Kampfes gegen den IS, aber auch um humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Eine Woche noch, dann werden wir wissen, ob diesen Worten auch Taten folgen. Dann sollen die Waffen ruhen in Syrien.

Die beiden mächtigsten Männer der Welt sprechen miteinander. Wieder. Es ist kein gutes Zeichen für die aktuelle Weltlage, dass dies schon als gute Nachricht gewertet werden muss. Auf der Münchener Konferenz wurde zwar auch viel geredet. Aber da war wenig Gutes zu hören. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatte sich die Konferenz Zug um Zug zu einem Forum des Dialogs über Sicherheit und Frieden entwickelt. Im Zeitalter der Blöcke wurde hier vor allem westliche (Auf-)Rüstungsrhetorik zelebriert. In dieser Ära drohen wir wieder zu landen.

Eine ordnende Hand wird dringend gebraucht

Ost und West – die überwunden geglaubte politische Geografie hat sich wieder zu einem internationalen Ordnungssystem entwickelt. Der Westen gegen Russland und ein paar Verbündete. Auf jede nur erdenkliche Weise schart Präsident Putin alle um sich, die Washington, Brüssel, Berlin und Co. schaden könnten. Da wird in Syrien eine blutige Diktatur auf ebenso blutige Weise stabilisiert. Da werden mal eben zwei Kernkraftwerke nach Ungarn geliefert, weil Präsident Orban der wichtigste Störenfried im vereinten (West-)Europa ist.

Dabei zeigt ein Blick auf Syrien und die gesamte Region, wie dringend eine ordnende Hand politischer Zivilisation gebraucht wird. Aber Putin findet Politik und Gewalt zur Mehrung der eigenen Macht wichtiger. Kann der Westen da anders, als mit gleicher Münzen heimzuzahlen? Umso wichtiger, dass die Präsidenten reden.


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