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SPD-Kanzlerkandidat: Und noch ein Vortrag...

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Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück steht am 29.10.2012 während eines Empfangs vor dem HSBA-Fundraising-Dinner auf dem Panoramadeck im Emporio in Hamburg. Steinbrück hält auf Einladung der Hamburg School of Business Administration (HSBA) einen Vortrag zum Thema Bildung und Mittelstand.
Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück steht am 29.10.2012 während eines Empfangs vor dem HSBA-Fundraising-Dinner auf dem Panoramadeck im Emporio in Hamburg. Steinbrück hält auf Einladung der Hamburg School of Business Administration (HSBA) einen Vortrag zum Thema "Bildung und Mittelstand".
Foto: dpa
Berlin –  

Die SPD glaubte schon, die unselige Honorardebatte um ihren Kanzlerkandidaten wäre vorbei. Beim Parteitag an diesem Wochenende sollte Peer Steinbrück endlich glänzen. Doch nun kommt noch ein Vortrag dazwischen. Der letzte, versichert die SPD.

Nein, dieser Mann will nicht Kanzler werden. Er kann es nicht wollen. Es gibt keine andere Erklärung dafür, dass Peer Steinbrück gerade jetzt noch einen Vortrag vor einer Schweizer Privatbank halten will. Jetzt, drei Tage vor dem SPD-Parteitag in Hannover, der doch zur Krönungsmesse für den Kandidaten werden sollte.

Der Vortrag am Donnerstagabend auf Einladung der Schweizer Sarasin-Bank in Frankfurt sei der letzte solche Vortrag, den Steinbrück halten werde, sagte ein SPD-Sprecher der Bildzeitung. Peer Steinbrück habe immer erklärt, "dass er die eingegangenen Verträge einhalten wird". Das Honorar von 15 000 Euro soll gespendet werden.

Sicher, Steinbrück hatte schon bei seiner Nominierung erklärt, er werde noch zwei Vorträge halten, die von langer Hand geplant worden seien. Er wolle sie nicht absagen, weil sonst hohe Konventionalstrafen fällig würden. Doch was hilft das der SPD jetzt, wenn einer dieser beiden Vorträge ausgerechnet in die Tage vor dem Parteitag fällt? Wer da keinen Ausweg findet, der will den Preis nicht bezahlen, den ihm die Kanzlerkandidatur abverlangt.

Merkel bietet das Kontrastprogramm

Das Bemühen der SPD um Schadensbegrenzung ist da, der Erfolg zweifelhaft. Der Honorar-Millionär Steinbrück hatte schon genug Schwierigkeiten, seiner Partei zu vermitteln, dass er das Gefühl für die Alltagssorgen der kleinen Leute noch nicht verloren hat. Verheerend war vor allem die Berichterstattung über die 25.000 Euro, die Steinbrück von der ansonsten klammen Stadt Bochum erhalten hatten. Schlechter hätte ein Kanzlerkandidat kaum starten können.

An diesem Sonntag in Hannover wollte die SPD die leidige Honorar-Debatte endlich abschütteln. Auf dem Wahlparteitag sollte Steinbrück eine leidenschaftliche, kämpferischen Rede halten, um die SPD für den Wahlkampf 2013 zu begeistern. Ein gutes Ergebnis für den Kandidaten, möglichst weit über 90 Prozent, hätte die Inszenierung abrunden sollen.

Doch in Hannover triumphierte in dieser Woche jemand anderes: Angela Merkel, die amtierende Kanzlerin, die von ihren Delegierten mit fast 98 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt wurde. Sie ist keine so gute Rednerin wie Steinbrück, aber sie hat ihre Partei hinter sich geeint. Und bei Merkel noch nie hat irgendjemand mutmaßen können, sie würde sich für gut bezahlte Vorträge interessieren.

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