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Steinbrück: Steinbrück und das Störgefühl

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Steinbrück in Siegerpose.
Steinbrück in Siegerpose.
 Foto: dpa

Das Interview von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, in dem dieser erklärte, der Kanzler verdiene zu wenig, schlägt immer noch Wellen. Die SPD sucht nun nach Ursachen des Interview-Debakels.

Erster Versuch: „Nein, dazu möchte ich nichts sagen.“ Zweiter Versuch: „Ich kann das nicht erklären.“ Dritter Versuch: „So etwas darf nicht noch einmal passieren.“ Langsam kehrt die SPD-Spitze aus den Weihnachtsferien zurück. Doch den Genossen hängen Frust und Ratlosigkeit in den Knochen.

Das Interview von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, in dem dieser erklärte, der Kanzler verdiene zu wenig, schlägt auch Tage nach seiner Veröffentlichung Wellen. „Wie kann man so ein Interview über Weihnachten führen – noch dazu ohne politische Botschaft?“, fragt sich ein sozialdemokratischer PR-Profi. Auch ein Kollege urteilt: Wenn man keine klaren Inhalte präsentiere, müsse man sich über schräge Schlagzeilen nicht wundern.

In der SPD-Spitze herrscht stillschweigende Einigkeit: So hätte das Interview nicht erscheinen dürfen. Nicht wenige geben Steinbrücks Beratern die Schuld: „Die Leute um ihn herum bringen es nicht“, wettert ein prominenter Genosse aus Nordrhein-Westfalen. Andere sehen das Problem bei Steinbrück selbst, der den Rollenwechsel vom Autor zum Kanzlerkandidaten nicht verinnerlicht habe: „Er hat noch nicht begriffen, was der Kern der Kritik an ihm ist. Deshalb kriegt er das Reiz-Reaktionsschema nicht in den Griff.“

„Es steht doch in seinem Buch“

Steinbrücks Sprecher Michael Donnermeyer nimmt einen großen Teil der Verantwortung auf sich: Er habe „kein Störgefühl“ gehabt, als er am Tag nach Weihnachten das verschriftlichte Gespräch redigiert und zur Veröffentlichung freigegeben habe. Freilich konnte er da nicht wissen, dass Ex-Kanzler Schröder zeitgleich erklärte, das Kanzlergehalt sei ausreichend. Aber war nicht die Kritik am Kanzlergehalt an sich, ausgerechnet vom Nebeneinkunfts-Millionär Steinbrück, schon problematisch? Erstens habe Steinbrück keine Erhöhung gefordert, zweitens habe er die Position schon in seinem Buch vertreten und drittens sei man nachher immer klüger, erwidert Donnermeyer.

Weitere Patzer kann sich Steinbrück nicht erlauben. Ruhe bewahren, heißt die erste Devise. „Wenn man rasiert wird, darf man den Kopf nicht bewegen“, so ein Genosse. Eine Lehre hat Steinbrück gelernt: „Über Geld reden wir nur noch in Zusammenhang mit Euro-Rettung und Steuerreform“, so Donnermeyer.

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