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Syrien: Assad lässt Damaskus bombardieren

Zerstörte Gebäude in Homs.
Zerstörte Gebäude in Homs.
Foto: REUTERS

Nach Angaben von Aktivisten soll die syrische Luftwaffe ein palästinensisches Flüchtlingslager in Damaskus unter Beschuss genommen haben. Auch andere Viertel der Hauptstadt und vier Vororte werden bombardiert.

Die syrische Luftwaffe hat am Sonntag nach Angaben von Aktivisten erstmals ein palästinensisches Flüchtlingslager unter Beschuss genommen. Bei dem Angriff auf das Lager Jarmuk im Süden der Hauptstadt Damaskus seien mindestens acht Menschen getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte die Weltgemeinschaft auf, die Palästinenser in Syrien zu schützen.

Gefechte unter Palästinensern

Die Beobachtungsstelle befürchtete weitere Todesopfer in Jarmuk, da viele Verletzte in Lebensgefahr schwebten. Bewohner berichteten der Nachrichtenagentur AFP, ein Geschoss sei in einer Moschee des Flüchtlingslagers eingeschlagen. Fast 600 Vertriebene aus benachbarten Stadtteilen seien in dem Gebäude untergebracht gewesen. Es habe „viele Opfer“ gegeben. In einem im Internet veröffentlichten Video waren mehrere blutüberströmte und verstümmelte Leichen zu sehen.

Die Palästinenser in Syrien seien gespalten zwischen Anhängern und Gegnern von Staatschef Baschar al-Assad, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Einige hätten zu den Waffen gegriffen. „Sie kämpfen auf beiden Seiten.“ Ein Kämpfer teilte AFP via Internet mit, in dem Palästinenserlager habe es heftige Gefechte zwischen Aufständischen und der Assad-freundlichen Volksfront zur Befreiung Palästinas Generalkommando von Ahmed Dschibril gegeben. Weil die Aufständischen vorgerückt seien, habe die syrische Luftwaffe eingegriffen.

Offensive im Umkreis von Damaskus

Abbas erklärte hingegen, die Palästinenser hätten mit dem Konflikt in Syrien nichts zu tun. Beide Seiten sollten sie daher „verschonen“. „Wir ermahnen die internationale Gemeinschaft außerdem dazu, Maßnahmen zum Schutz unseres Volkes in Syrien zu ergreifen“, sagte Abbas in Ramallah.

Die syrischen Regierungstruppen hatten vor kurzem eine Offensive begonnen, um die Region im Umkreis von acht Kilometern um die Hauptstadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bekommen. Auch Viertel von Damaskus sowie die Vororte Harasta, Erbin, Naschabije und Otaja standen am Wochenende laut Beobachtungsstelle unter Beschuss. Südwestlich von Damaskus beschossen Panzereinheiten nach Rebellenangaben den seit Wochen von Aufständischen gehaltenen Vorort Daraja. Am Samstag starben laut Beobachtungsstelle bei den Kämpfen landesweit fast 160 Menschen.

Der syrische Vize-Präsident Faruk al-Tschareh sagte nach Angaben der pro-syrischen libanesischen Zeitung „al-Achbar“, weder die Armee noch die Aufständischen könnten die Kämpfe mit militärischen Mitteln beenden. Er wünsche sich eine Einigung, aber jeder Tag, an dem gekämpft werde, „rückt die Lösung etwas weiter weg“.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte im französischen Fernsehen, aus seiner Sicht „nähert sich das Ende von Baschar al-Assad“. Den Beschuss von Jarmuk nannte er „skandalös“. (afp)

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