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Terror in Brüssel: AfD-Abgeordnete nutzen Anschlag für Propaganda

Pretzell von Storch

Afd-Abgeordnete in Brüssel: Beatrix von Storch und Marcus Pretzell

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dpa

Berlin -

„Explosion an Brüsseler Flughafen!“, twitterte Marcus Pretzell , AfD-Landeschef von Nordrhein-Westfalen und Europaabgeordneter,  am Dienstagmorgen um 8:18 Uhr – noch bevor die ersten Eilmeldungen der Nachrichtendienste über den Terroranschlag in der belgischen Hauptstadt herausgingen. Kurze Zeit später schrieb er: „Chaos am Brüsseler Flughafen. Terroranschlag!“

Von Storch

Beatrix von Storch

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Getty Images

Ob Pretzell zu dieser Zeit direkt am Flughafen war oder die Nachricht über den Anschlag durch lokale Medien erfuhr, ist nicht ganz klar. Pretzell  war für eine Kontaktaufnahme nicht zu erreichen. Auch der Landesverband äußerte sich nicht. Aber zumindest war Pretzell einer der ersten, der die Meldung über den Anschlag via Twitter verbreitete.

Sicher ist, dass Pretzell und auch Beatrix von Storch, stellvertretende AfD-Vorsitzende, am Dienstag in ihrer Funktion als Europaabgeordnete in Brüssel waren und sie danach offenbar ins  EU-Parlament fuhren.

Petry Pretzell

AfD-Vorsitzende Frauke Petry und der Europaabgeordnete Marcus Pretzell.

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dpa

Was hier bei Pretzell zu Beginn noch sachlich und informativ herüber kam, änderte im Laufe der vormittags dann seine Konnotation. Bei Pretzell klang es dann so: „Vor meiner Haustür. Ich bin es so leid.“ Einen Tweet von „Die Zeit“, die twitterte, dass die Trauer jetzt größer sein möge, als die Angst, kommentierte Pretzell mit: „Nein diesmal nicht wie jedes Mal! Es reicht.“ AfD-Chefin Frauke Petry leitete den Tweet ihres Kollegen und Lebenspartners dann auch direkt an ihre eigenen Follower weiter.

Am Mittag postete Pretzell dann einen Beitrag auf seiner Facebookseite, den er bei Twitter unter dem Hashtag #Jesuisheuchler anwarb. Er sei wild entschlossen, dem Treiben ein Ende zu setzen. Statt gegen rechte Hetzer aufzustehen und zu demonstrieren, solle man etwas dagegen tun, damit es nicht bald hieße „Ich bin Berlin, Rom, Malmö und Rotterdam“, so der AfD-Politiker in seinem Beitrag. „Verfluchte Heuchler“, nennt er diese Menschen. Er sei nur hunderte Menschen von den Anschlagsorten entfernt gewesen und erwarte jetzt „ Maßnahmen gegen Terroristen und nicht Lichterketten gegen diejenigen, die vor diesen Zuständen seit Jahren warnen“, schreibt Pretzell. „Der Traum vom bunten Europa ist kaputt, weggebombt zum wiederholten Mal! Akzeptiert es endlich!“

Auf Twitter meldete er sich erneut zu Wort: „Alle solidarisch mit den Toten. Wann seid ihr endlich solidarisch mit den Lebenden?“, fragte er in einem weiteren Tweet.

Auch von Storch meldete sich über Facebook zu Wort: „Viele Grüße aus Brüssel. Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen überall. Offenbar viele Tote am Flughafen und am Zentralbahnhof. Hat aber alles nix mit nix zu tun“, so die Politikerin, die den Terroranschlag mit diesem Beitrag sofort politisch instrumentierte und damit AfD-Propaganda betrieb. Von Beileidsbekundungen ob der vielen Toten und Verletzten in Brüssel keine Spur.

Viele Grüße aus Brüssel. Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen ü...

Posted by Beatrix von Storch on Tuesday, March 22, 2016

„Schämen Sie sich“,  „empathielos“, „Hetzerin“ hieß es dann auch sogleich auf ihrer Seite.


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