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Berliner Zeitung | Newsticker nach dem Anschlag von Istanbul: Türkei greift nach eigenen Angaben fast 500 IS-Stellungen an
14. January 2016
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Newsticker nach dem Anschlag von Istanbul: Türkei greift nach eigenen Angaben fast 500 IS-Stellungen an

Die Türkei greift in Syrien und Irak massiv Stellungen von IS-Kämpfern an. (Symbolbild)

Die Türkei greift in Syrien und Irak massiv Stellungen von IS-Kämpfern an. (Symbolbild)

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AFP

  • Bei einem Anschlag, verübt durch einen mutmaßlichen syrischen IS-Terroristen, sind am Dienstag im Zentrum Istanbuls zehn deutsche Urlauber ums Leben gekommen, sieben weitere wurden verletzt.

  • Der Attentäter soll als syrischer Flüchtling eingereist sein, seine Identität ist allerdings nur durch gefundene Ausweispapiere geklärt.

  • Bislang liegen der Bundesregierung keine Hinweis darauf vor, dass sich der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet hatte.

+++17:55 Uhr: Elf Urlauber zurück in Deutschland+++

Nach dem Terroranschlag in Istanbul sind elf unverletzte Urlauber zurück in Deutschland. Sie seien am Mittwochabend in verschiedenen Städten gelandet, darunter auch in Berlin, sagte Ingo Leßmann, Sprecher des Reiseunternehmen Lebenslust Touristik. Mit dem Berliner Unternehmen waren am Dienstag insgesamt 33 Reisende in der türkischen Metropole unterwegs. Auch die zehn deutschen Todesopfer gehörten zu der Gruppe. Ein Selbstmordattentäter hatte sie in der Altstadt mit in den Tod gerissen. Fünf Mitglieder der Reisegruppe setzten ihren Urlaub fort und flogen nach Dubai, wie der Sprecher weiter sagte. Die Gruppe hatte eine Drei-Länder-Tour gebucht, die neben Istanbul und Dubai auch Abu Dhabi umfasst. Sieben verletzte Urlauber seien noch in türkischen Krankenhäusern. Wann sie nach Deutschland zurückkehren können, sei noch unklar.

+++16:55 Uhr: Trauerbeflaggung in Stadtallendorf bis zum Sonntag+++

Vor den Bürgerhäusern und der Stadthalle in Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) sind die Deutschland-Flagge und die Fahne der Stadt bis zum kommenden Sonntag auf halbmast gesetzt worden. Die Menschen in der Stadt seien nach dem Terroranschlag in Istanbul, bei dem ein 67 Jahre alter Unternehmer aus Stadtallendorf ums Leben gekommen war, sehr betroffen, sagte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) am Donnerstag. Es sei eine tiefe Trauer zu spüren. Schon am Mittwoch war die Trauerbeflaggung angeordnet worden.

Der 67-Jährige hatte zusammen mit einer 50 Jahre alten Ehefrau an der Reise in die Türkei teilgenommen. Die Frau wurde verletzt, ihr Mann überlebte den Anschlag nicht. Insgesamt wurden bei dem Attentat zehn Menschen getötet.

+++15:10 Uhr: IS hat sich nicht zum Terrorakt in Istanbul bekannt+++

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, die Angriffe seien eine Vergeltung für den „niederträchtigen Anschlag“ in Istanbul. Die türkische Regierung macht den IS für den Anschlag verantwortlich. Die Terrormiliz hat sich allerdings nicht dazu bekannt.

+++13:40 Uhr: Ankara: Türkei greift „fast 500“ IS-Stellungen im Irak und Syrien an+++

Nach dem tödlichen Anschlag in Istanbul hat die türkische Armee nach offiziellen Angaben hunderte Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angegriffen. Panzer und Artillerie hätten nach dem „feigen Attentat von Istanbul“, bei dem zehn Deutsche getötet worden waren, „fast 500“ IS-Stellungen im Irak und in Syrien angegriffen, sagte Regierungschef Ahmed Davutoglu am Donnerstag in Ankara. Dabei seien etwa 200 Kämpfer des IS, den Ankara für den Anschlag verantwortlich macht, getötet worden.

+++12:32 Uhr: Türkei erhöht Sicherheitsmaßnahmen+++
Nach dem tödlichen Selbstmordanschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul will die Türkei die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen. Das sei auf einem Sondertreffen von Regierungschef Ahmet Davutoglu mit Verantwortlichen entschieden worden, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Konkret werde auf belebten Plätzen die Polizeipräsenz erhöht. Es solle zudem Überwachungstechnik eingesetzt werden. An dem Treffen hätten unter anderem Innenminister Efkan Ala, der Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin und Mitglieder des Geheimdienstes teilgenommen.

+++11:22 Uhr: Zwei weitere Verdächtige festgenommen+++

Die türkische Polizei hat nach dem Selbstmordanschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul zwei weitere Verdächtige festgenommen. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Efkan Ala am Donnerstag in Ankara vor Journalisten.

Bei dem Anschlag am Dienstag waren zehn Deutsche getötet worden. Bereits am Abend des Attentats hatten die Behörden einen Verdächtigen festgesetzt. Am Mittwoch wurden vier weitere Personen festgenommen.

+++8:15 Uhr: Verfassungschutz noch nicht von IS-Hintergrund überzeugt+++

Für Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen steht noch nicht fest, ob der IS tatsächlich für den Anschlag in Istanbul verantwortlich ist. Man sei bisher noch nicht in die Ermittlungen eingebunden, sagte Maaßen dem rbb Inforadio. „Wir wissen allerdings, dass die Türkei derzeit mehrere innenpolitische Konflikte hat. Einer ist der mit dem IS.“

Aber auch die PKK habe wiederholt Anschläge in der Türkei nach Aufkündigung des Waffenstillstandes durchgeführt. „Wer nun hinter diesem Anschlag steht, ob es vielleicht sogar noch DHKPC war, eine weitere Terrororganisation in der Türkei, wissen wir nicht. Aber manches spricht dafür, dass es der IS war.“

Warnungen über bevorstehende Anschläge gegen touristische Ziele in der Türkei sind Maaßen nicht bekannt. „Ich kenne diese Warnungen nicht, die es in der Türkei gegeben haben soll.“

+++7:09 Uhr: Türkei schiebt Flüchtlinge ins Kriegsgebiet ab+++

Die Türkei schiebt nach Recherchen des ARD-Magazins „Monitor“ systematisch Bürgerkriegsflüchtlinge zurück nach Syrien ab und verstößt damit gegen internationales Recht. Mehrere syrische Flüchtlinge berichteten in der Türkei unabhängig voneinander, sie seien zunächst von türkischen Grenzbeamten zurück nach Syrien abgeschoben worden, bevor ihnen mit Hilfe von Schleppern die erneute Flucht gelungen sei.

+++6:20 Uhr: Tote bei Anschlag auf Polizeistation+++

Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeistation im Südosten der Türkei sind mindestens fünf Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden. Der Anschlag sei von Anhängern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Stadt Cinar in der Provinz Diyarbakir verübt worden, teilten die Behörden der Region laut Medienberichten mit. Zuvor war von 22 Verletzten die Rede gewesen. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge direkt durch den Autobombenanschlag getötet. Drei weitere Menschen starben demnach, als ein angrenzendes Gebäude infolge der Schäden einstürzte.

Nach vorherigen Medienberichten wurde die Polizeistation schwer beschädigt. Auch naheliegende Polizeiunterkünfte seien angegriffen worden, wodurch Frauen und Kinder von türkischen Polizisten verletzt worden seien, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Demnach kam es nach dem Bombenanschlag auch zu Raketen- und Schusswaffen-Angriffen. Der jahrzehntelange Konflikt der Regierung in Ankara mit der PKK war im Sommer wieder eskaliert, der Friedensprozess kam zum Erliegen.

Die Armee geht in den Kurdengebieten im Südosten des Landes seit Dezember mit aller Härte gegen Aktivisten vor. In mehreren Städten herrschen kriegsähnliche Zustände.

+++0:20 Uhr: Istanbul-Attentäter noch nicht sicher identifiziert+++

Die Identität des Attentäters von Istanbul ist nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) noch nicht zweifelsfrei festgestellt. Bei dem Mann sei ein Personaldokument gefunden worden, sagte de Maizière am Mittwochabend in den ARD-„Tagesthemen“.

„Aber ob das Personaldokument identisch ist mit diesem Mann, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung.“ Deutschland habe vier BKA-Beamte nach Istanbul geschickt, die vollen Zugang zu den Ermittlungsergebnissen bekämen.

(afp, dpa, rtr, red)


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