02.01.2012

Türkei: Hamas-Führer umwirbt Erdogan

Terrorist oder Staatsmann?  Mamas-Chef Hanija
Terrorist oder Staatsmann? Mamas-Chef Hanija
Foto: dpa/dpaweb

Seit vier Jahren verlässt Hamas-Führer Hanija zum ersten Mal das Palästinensergebiet und wirbt in der Türkei um Unterstützung. Ministerpräsident Erdogan findet warme Worte für ihn - die Freundschaft mit Israel ist sowieso zerbrochen.

Der Hamas-Führer Ismail Hanija wirbt in der Türkei um politische und humanitäre Unterstützung. Mit dem Versuch, die israelische Seeblockade zu durchbrechen, habe die Türkei die Herzen der Menschen im Gazastreifen gewonnen, sagte Hanija am Montag vor dem Gaza-Hilfsschiff „Mavi Maramara“ in Istanbul.

Das Schiff der türkisch-islamischen Hilfsorganisation IHH war 2010 von israelischen Soldaten in einem blutigen Einsatz gestürmt worden. Dabei wurden neun türkische Aktivisten getötet. Seit dem Vorfall haben sich die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei deutlich verschlechtert. Der Empfang des Hamas-Führers ist jetzt eine weitere Provokation Israels.

Erdogan ruft Hamas und Fatah zur Versöhnung auf

Hanija hatte am Vortag den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen. Dieser sicherte seine Unterstützung zu und rief die konkurrierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah auf, ihre Versöhnung voranzubringen. Für die Palästinenser müsse es Demokratie unter einem gemeinsamen Dach geben, zitierten türkische Medien Erdogan.

Der palästinensische Politiker, der von 2006 bis 2007 Ministerpräsident war, besucht derzeit die Türkei und mehrere arabische Staaten. Es ist das erste Mal seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007, dass Hanija das Palästinensergebiet verlässt. In der EU gilt die Hamas offiziell 550 Palästinenser nach Freilassung heimgekehrtals terroristische Vereinigung. (dpa, afp)

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