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Berliner Zeitung | Nach Video zur Silvesternacht am Excelsior Hotel Ernst: Kölner Hotel-Direktor distanziert sich von den Aussagen des Türstehers
06. January 2016
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Nach Video zur Silvesternacht am Excelsior Hotel Ernst: Kölner Hotel-Direktor distanziert sich von den Aussagen des Türstehers

Ein Video mit dem Titel „Meine Meinung bezügl Silvester 2015 in Köln.....teilen erwünscht“ verbreitet sich derzeit auf der sozialen Plattform Facebook.

Ein Video mit dem Titel „Meine Meinung bezügl Silvester 2015 in Köln.....teilen erwünscht“ verbreitet sich derzeit auf der sozialen Plattform Facebook.

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Facebook

Meine Meinung bezügl Silvester 2015 in Köln.....teilen erwünscht

Posted by Ivan Jurcevic on Tuesday, January 5, 2016

Köln -

Eigentlich wollte Ivan Jurcevic einen entspannten Abend mit „gut situierten Menschen“ verbringen. In der Silvesternacht stand er am Eingang des Excelsior Hotel Ernst, einem Fünf-Sterne-Hotel direkt gegenüber des Kölner Doms, und sorgte dort für die Sicherheit.

Doch Ivan Jurcevic, der neben seiner Tätigkeit im Security-Bereich auch Kickbox-Weltmeister und Schauspieler ist, erlebte bereits gegen 22 Uhr eine Messerstecherei in unmittelbarer Nähe des Hotels. Anschließend sei „das Ganze eskaliert“, schildert er in einem Video, welches bei Facebook über 100.000 Mal geteilt und hundertfach kommentiert wurde.

„Die Menschen die wir vor drei Monaten noch mit Teddybären und Wasserflaschen empfangen haben, haben angefangen auf den Dom zu schießen“, sagt Jurcevic und berichtet weiterhin, dass hilfesuchende Frauen seine Nähe gesucht haben, damit er auf sie „aufpasst“. Später am Abend sei es zu weiteren Ausschreitungen gekommen, jemandem wurde auf den Kopf geschlagen.

„Fuck the Police“

Die Polizei habe zwar eingegriffen und die Täter „gefesselt“, doch – so sagt Ivan Jurcevic – wurden diese wieder laufengelassen, weil kein Gefangenentransporter kam und „die Zellen überfüllt waren“. Daraufhin sollen die Täter sich vor ein Polizeiauto gestellt, „Fuck the Police“ gerufen und die Windschutzscheibe bespuckt haben.

Polizisten sollen in der Nacht mit ihm über die „bürgerkriegsähnlichen Zustände“ gesprochen haben. Sorgen macht sich Ivan Jurcevic, wie viele andere Kölner, vor allem um die bevorstehende Karnevalssession: „Ich hab sowas noch nie erlebt, es wird eskalieren, spätestens an Karneval wird es hier richtig explodieren“.

Hotel-Direktor distanziert sich

Henning Matthiesen, Direktor des Excelsior Hotel Ernst, distanziert sich von Jurcevics Aussagen.

„Wir sind es seit vielen Jahren gewöhnt, dass zum Jahresübergang auch vor unserem Haus eine recht turbulente, ausgelassene und lebendige Stimmung herrscht. Was wir in diesem Jahr deutlich gespürt haben, ist, dass die Feierlaune eine andere Qualität besaß und ständig Gefahr lief, in unkontrollierte Aggression umzuschlagen. (...) Die Vorfälle in dieser Nacht sind nicht zu tolerieren und zu akzeptieren. (...) Allerdings distanzieren ich und mein Team uns von fremdenfeindlichen Aussagen, die aktuell im Internet kursieren von einem Mitarbeiter des externen Sicherheitsunternehmens. Es handelt sich hierbei nicht um einen Mitarbeiter des Excelsior Hotel Ernst.“

Grundsätzlich sei das Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen in Köln dringend zu überdenken. Für Karneval wünsche Matthiesen sich „Sicherheitsvorkehrungen, die das friedliche Feiern gewährleisten“. (imk, red)


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