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Venezuela: Hugo Chavez leidet an Atemnot

Hugo Chavez überlebensgroß in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.

Hugo Chavez überlebensgroß in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.

Foto:

REUTERS

Bei Venezuelas Präsident Hugo Chavez sind nach seiner jüngsten Krebsoperation Komplikationen aufgetreten. Chávez leide an einer „schweren Lungenentzüngung“ und habe „Atembeschwerden“, sagte Kommunikationsminister Ernesto Villegas am Donnerstag (Ortszeit) in Caracas. Zugleich warf er ausländischen Medien „psychologische Kriegsführung“ vor, um die Errungenschaften von Chávez' sozialistischer Revolution zu untergraben.

Die Regierung müsse die Bevölkerung davor warnen, dass der internationale „Medienkomplex“ eine Kampagne angezettelt habe, der letztlich zum Ziel habe, „die bolivarische Republik Venezuela zu destabilisieren“, sagte Villegas. Chavez bezog sich in seinen politischen Reformen häufig auf den südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar.

Derzeit ist unklar, ob Chavez, der im Oktober wiedergewählt wurde, wie von der Verfassung vorgesehen am 10. Januar den Amtseid ablegen kann. Chávez liegt seit drei Wochen wegen einer erneut akuten Krebserkrankung in einem Krankenhaus in Kuba. Die Regierung hatte am Dienstag von einem „komplexen postoperativen Zustand“ des Präsidenten gesprochen. Manchmal gebe es leichte Besserungen seines Gesundheitszustands, dann wieder „stagnierende Situationen“, sagte Chávez' Stellvertreter und designierter Nachfolger Nicolás Maduro.

Opposition fordert Klarheit

Maduro hielt sich in den vergangenen Tagen in Kuba auf, um sich ein Bild von Chavez' Gesundheitszustand zu machen. Zu Gerüchten über einen heraufziehenden Machtkampf zwischen ihm und Parlamentspräsident Diosdado Cabello sagte Maduro, sie seien „einiger als je zuvor“. Die Opposition werde „2000 Jahre“ darauf warten müssen, dass die Erben Chávez sich zerstritten, fügte Cabello hinzu.

Die Opposition hatte in den vergangenen Tage von der Regierung Klarheit über Chavez' Gesundheitszustand gefordert. „Es ist unerlässlich, dass die Regierung die Wahrheit sagt“, erklärte etwa der Generalsekretär des oppositionellen Bündnisses Tisch der Demokratischen Einheit (MUD), Ramón Guillermo Aveledo.

Der Linksnationalist Chavez steht seit 1999 an der Spitze des ölreichen südamerikanischen Landes, im Oktober wurde er für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Am 11. Dezember wurde Chavez zum vierten Mal in Kuba wegen seiner Krebserkrankung operiert.

Vor seiner Abreise nach Kuba hatte sich Chávez für den 50-jährigen Maduro als seinen möglichen Nachfolger ausgesprochen. Zudem übertrug er ihm in einem Dekret einen Teil seiner Befugnisse. Laut dem Dekret erhielt der Vizepräsident unter anderem Mitspracherechte beim Staatshaushalt sowie bei Devisenkäufen und Enteignungen. Mit der Übertragung dieser Aufgaben soll nach offiziellen Angaben die „Arbeitsbelastung“ von Chávez reduziert werden. (afp)


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