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Berliner Zeitung | Vereitelte Anschläge?: Belgische Terrorverdächtige waren in Motorrad-Club aktiv
30. December 2015
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Vereitelte Anschläge?: Belgische Terrorverdächtige waren in Motorrad-Club aktiv

Brüssel

In Brüssel herrscht erhöhte Alarmbereitschaft.

Foto:

rtr

Brüssel -

Die beiden in Belgien verhafteten Terrorverdächtigen sind nach Medienberichten Mitglieder des Brüsseler Motorrad-Clubs „Kamikaze Riders“. Sowohl Saïd S. als auch Mohamed K. kamen aus dem Brüsseler Stadtteil Anderlecht, wie der Sender RTBF am Mittwochmorgen berichtete. Einer von ihnen sei als radikaler Prediger bekannt. Die beiden Männer waren bei Polizeiaktionen am Sonntag und Montag festgenommen worden.

Ob die Gefahr von Anschlägen in der Silvesternacht abgewendet ist, blieb zunächst unklar. Bürgermeister Yvan Mayeur wollte am Mittwochabend auf Grundlage einer neuen Bedrohungsanalyse entscheiden, ob das Brüsseler Feuerwerk stattfinden kann.
Auch die Polizei in der belgischen Hauptstadt gilt als Ziel und hat ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Einen Zusammenhang zu den Pariser Terroranschlägen vom November mit 130 Todesopfern gibt es laut Staatsanwaltschaft nicht.

Ende November war in Brüssel das öffentliche Leben zeitweise zum Erliegen gekommen. Damals gab es nach Angaben der Behörden eine konkrete Gefahr eines Anschlags.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft waren nun auch während der Feierlichkeiten zum Jahresende Anschläge an mehreren „symbolträchtigen Orten“ Brüssels geplant. Bei Hausdurchsuchungen am Sonntag und Montag waren aber weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden.

Rocker mit antisemitischer Propaganda

Bei einem der Verhafteten wurden laut RTBF Propagandamaterial der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie Ausrüstungsgegenstände für das Kampfspiel „Airsoft“ gefunden. Dabei treten die Spieler mit nachgemachten Waffen und Plastikkugeln gegeneinander an.

Saïd S. ist laut RTBF Chef des Motorrad-Clubs „Kamikaze Riders“ und als radikaler Prediger bekannt. Im sozialen Netzwerk Facebook ist die Gruppe mehrfach vertreten. Auf einer Seite, die im Namen eines verstorbenen Mitglieds geführt wird (mit dem Nachsatz „Kamikaze Riders officiel“), diskutieren Mitglieder oder Sympathisanten.

Außerdem werden sie über Bestellmöglichkeiten für Clubkleidung informiert. Die Seite mischt Motorrad-Fotos und Videos mit antiisraelischer Polemik. In einem Post wird Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen. Eine zweite, deutlich weniger genutzte Seite im Namen der Gruppe nutzt das gleiche Logo, ist im Auftritt aber moderater. (dpa)


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