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Verfassungsschutz: Maaßen warnt vor islamistischen Anschlägen in Deutschland

Mit Terror zum Gottesstaat: Kämpfer der Terrorgruppe Isis.

Mit Terror zum Gottesstaat: Kämpfer der Terrorgruppe Isis.

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AFP

Berlin -

Deutschland wird nach den Worten von Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen auf Dauer wohl nicht ohne einen islamistischen Anschlag bleiben. „Wir müssen davon ausgehen, dass auch wir Ziel werden von terroristischen Anschlägen, und wir müssen uns auch darauf einstellen“, sagte Maaßen am Mittwoch beim Internationalen Polizeikongress in Berlin.

Deutschland befinde sich nicht auf einer Insel der Sicherheit. Organisationen wie der Islamische Staat (IS) oder Al-Kaida verfolgten das Ziel, den Westen zu destabilisieren, indem durch Attentate Angst und Schrecken verbreitet werde. Zudem wollten sie die Ideologie des globalen Dschihad in deutsche und europäische Städte tragen. Es gebe aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen.

Maaßen sagte, jeder Anschlag sei für die extremistischen Gruppen eine Werbekampagne zur Rekrutierung von Anhängern. Offen hofften sie zudem darauf, dass jeder Anschlag die Rechtsextremisten und Rechtspopulisten stärke, wodurch auch sie sich mehr Zulauf versprächen. IS und Al-Kaida stünden nicht zuletzt in einem Konkurrenzverhältnis und wollten durch öffentlichkeitswirksame Anschläge wahrgenommen werden.

Die Ausbreitung des IS ist aus Sicht des Verfassungsschutzes dabei eine weit größere Bedrohung für Deutschland als Al-Kaida. Al-Kaida unter der Führung von Osama bin Laden sei trotz einiger spektakulärer Terroranschläge „eigentlich nie aus den Höhlen von Waziristan herausgekommen“, sagte Maaßen.

Eine steigende Gefahr stellen dem Verfassungsschützer zufolge sogenannte Hit-Teams dar - Gruppen entsandter Extremisten.

Der oberste Verfassungsschützer verwies erneut auf die Gefahr von Kämpfern, die aus Europa in den Krieg nach Syrien und den Irak zögen. Aus Deutschland seien 600 junge Leute und aus Europa rund 4000 Personen dorthin ausgewandert. Rund 200 Personen seien nach Deutschland zurückgekehrt, 70 seien ums Leben gekommen - mehr als zehn davon bei Selbstmordanschlägen.

Die Behörden vermuteten bei 70 zurückgekehrten Personen, dass sie an schweren Straftaten und Kriegshandlungen beteiligt gewesen seien. In der Regel seien sie so brutalisiert, dass sie vor Anschlägen nicht zurückschreckten. Allerdings wissen laut Maaßen die Behörden bei einem Großteil nicht, was sie im Konfliktgebiet getan hätten. (rtr, dpa)


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