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Al-Kaida bekennt sich zu der Attacke: 28 Tote bei Terroranschlag auf Hotel und Café in Burkina Faso

Sicherheitskräfte vor dem besetzten Hotel in Ouagadougou.

Sicherheitskräfte vor dem besetzten Hotel in Ouagadougou.

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dpa

Ouagadougou -

Bei einem islamistischen Terroranschlag auf ein beliebtes Restaurant und ein Luxushotel in der Hauptstadt von Burkina Faso sind mindestens 28 Menschen getötet worden. Die Angreifer hatten sich mit vielen Geiseln stundenlang im „Hotel Splendid“ in Ouagadougou verschanzt, bis örtliche Sicherheitskräfte und französische Truppen das Gebäude am Samstagmorgen stürmten. Innenminister Simon Compaoré zufolge wurden 126 Geiseln befreit, 33 von ihnen waren verletzt. Vier Angreifer wurden getötet.
Nach Angaben des französischen Botschafters Gilles Thibault wurden bei dem Angriff auf das Restaurant und Café „Cappuccino“ und das gegenüberliegende Hotel 28 Menschen getötet. Die Überlebenden aus 18 verschiedenen Ländern würden derzeit von den Behörden betreut, erklärte er über seinen Twitter-Account. Unter den Toten waren auch zwei Schweizer, ein US-Amerikaner und sechs Kanadier, wie die jeweiligen Außenministerien mitteilten. Die Nationalitäten der übrigen Opfer sind bisher unklar.

Die vermummten Attentäter hatten ihren Angriff im Geschäftszentrum Ouagadougous am Freitagabend gegen 19.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MEZ) begonnen. Nach bisherigen Erkenntnissen eröffneten sie zunächst das Feuer im Restaurant „Cappuccino“ und griffen dann das bei Geschäftsleuten und Diplomaten beliebte „Hotel Splendid“ an, das mit 147 Zimmern zu den größten der Stadt gehört.

Das Gebiet rund um den Anschlagsort wurde weiträumig abgeriegelt. Soldaten durchkämmten noch am Samstag systematisch andere Gebäude in der Avenue Kwamé Nkrumah. Präsident Roch Marc Christian Kaboré besuchte nach einer Krisensitzung des Kabinetts den Ort des Anschlags.

Erinnerungen an ähnliche Attacke in Mali

Laut der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) zu der Attacke. Die islamistischen Angreifer würden gegen „Feinde der Religion“ kämpfen, hieß es. Besonders viele Opfer gab es nach ersten Erkenntnissen in dem Restaurant.

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem feigen Terrorakt und sagte seinem burkinischen Kollegen Marc Christian Kaboré nach Élysée-Angaben „volle Unterstützung“ und die Hilfe französischer Einsatzkräfte zu. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verurteilte die Tat auf Schärfste. Die EU sei entschlossen, Burkina Faso weiter im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen.

Das westafrikanische Burkina Faso galt bislang als relativ sicheres Land. Der arme Binnenstaat grenzt allerdings an Mali, wo vor allem im nördlichen Saharagebiet radikale Islamisten aktiv sind. Der Angriff vom Freitag erinnerte stark an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Malis Hauptstadt Bamako. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel, dem „Radisson Blu“, als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet. Auch für diese Tat wurden mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen verantwortlich gemacht.

Entführtes Ehepaar freigelassen

Im Norden Burkina Fasos, unweit der malischen Grenze, wurde unterdessen ein westliches Ehepaar von Extremisten entführt. Es war zunächst unklar, ob ein Zusammenhang zu den Attentaten in Ouagadougou bestand.

Burkina Fasos Langzeitpräsident Blaise Compaoré floh nach anhaltenden Massenprotesten im Oktober 2014 außer Landes. Auf ihn folgte eine von Michel Kafando geführte Übergangsregierung, die im September mit Mühe und Not einen Militärputsch durchstand. Im November fanden erstmals wieder freie Wahlen statt, aus denen der Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Kaboré siegreich als Präsident hervorging. Der mehrheitlich muslimische Binnenstaat - der unter anderem an Mali, Ghana, den Niger und die Elfenbeinküste grenzt - gehört einem umfassenden UN-Index zufolge zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. (dpa)


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