blz_logo12,9

Waffenruhe in Syrien: Moskau zählt neun Unterbrechungen in 24 Stunden

Krieg in Syrien

Seit fünf Jahren versinkt Syrien im Bürgerkrieg. Eine zweiwöchige Feuerpause soll eine Periode des Dialogs darstellen.

Foto:

dpa

Moskau/ Riad -

Die Waffenruhe in Syrien ist nach Angaben der russischen Armee in den vergangenen 24 Stunden neun Mal gebrochen worden. Das gab das russische Koordinationszentrum in Syrien, das die Feuerpause überwacht, am Sonntag bekannt. Insgesamt werde der Waffenstillstand in dem Land aber eingehalten. Zuvor hatten sich bereits die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, erfreut über die Waffenruhe gezeigt.

Die internationale Taskforce unter Vorsitz der USA und Russlands zog eine positive Zwischenbilanz zu der Feuerpause, die seit Samstag um Mitternacht in Syrien gilt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Sonntagmorgen mehrere Dörfer im Norden und im Zentrum Syriens aus der Luft angegriffen. Ob es syrische oder russische Kampfflugzeuge waren, konnte die oppositionsnahe Organisation nicht sagen.

Saudi-Arabien beschuldigt Moskau und Damaskus, die Waffenruhe gebrochen zu haben

Die Saudi-Arabische Regierung in Riad wiederum wirft Putin und dem syrischen Präsidenten Assad vor, für das Brechen der Waffenruhe verantwortlich zu sein. „Es gibt Verletzungen der Waffenruhe durch Kampfflugzeuge Russlands und des Regimes“, sagte der saudiarabische Außenminister Adel al-Dschubeir am Sonntag. Seine Regierung werde mit den Mitgliedern der internationalen Syrien-Unterstützergruppe darüber sprechen. Es gebe zwischen Russland und der Unterstützergruppe Uneinigkeit über die Modalitäten der Feuerpause. Laut al-Dschubeir greift Russland die „moderate Opposition“ unter dem Vorwand an, dass es sich um die Dschihadistengruppen Al-Nusra-Front und Islamischer Staat (IS) handele, die nicht an der Waffenruhe beteiligt seien. Die UNO sei zu dieser Frage im Kontakt mit Russland und der syrischen Regierung, sagte al-Dschubeir. In den kommenden Tagen werde sich zeigen, ob sie bereit seien, sich an die Feuerpause zu halten, so die Kritik des saudischen Außenministers. (pan mit afp)