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Wahlkampf Niedersachsen: CDU läutet Endspurt in Niedersachsen ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister läuten den Endspurt in Niedersachsen ein.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister läuten den Endspurt in Niedersachsen ein.
Foto: dpa
Braunschweig –  

Mit einer großen Wahlkampfparty läutet die niedersächsische CDU den Endspurt zur Landtagswahl ein. Spitzenkandidat McAllister und Kanzlerin Merkel schwören 5000 Besucher auf einen heißen Kampf ein. Gemeinsam wollen sie einen CDU-Fehlstart ins Wahljahr verhindern.

Einfacher kann eine Botschaft kaum sein: Angela Merkel ist gut drauf, die CDU ist gut drauf, und Niedersachsen dank der Regierung von Merkels Kronprinz David McAllister sowieso. Zum offiziellen Wahlkampfauftakt der CDU wollen die beiden prominenten Zugpferde am Samstag Zuversicht, Geschlossenheit und Siegeswillen demonstrieren. „Jetzt geht es erst richtig los“, ruft McAllister den rund 5000 Besuchern in der Halle in Braunschweig zu.

Knapp eine Stunde haben sich der CDU-Spitzenkandidat und die Kanzlerin Zeit genommen. Der Terminplan von „McMerkel“, wie Medien das Duo bereits bezeichnen, ist auch an diesem Tag dicht gedrängt. Erst die CDU-Bundesvorstandsklausur in Wilhelmshaven, dann gemeinsam im Hubschrauber quer durchs Land bis nach Braunschweig, und zuguterletzt quasi Hand in Hand auf der Wahlkampfbühne.

Auftakt in das Bundestagswahljahr

Denn zum Auftakt in das Bundestagswahljahr 2013 kommt dem Urnengang in Niedersachsen am 20. Januar besondere Bedeutung zu. Für McAllister geht es um nicht weniger als die Fortsetzung seiner schwarz-gelben Landesregierung, für Merkel um eine wichtige Weichenstellung bis zur Bundestagswahl im Herbst. Eine Pleite in Niedersachsen würde Rot-Grün - und damit auf Bundesebene Merkels SPD-Herausforderer Peer Steinbrück - Rückenwind verschaffen. Einen solchen Fehlstart wollen Merkel und McAllister verhindern.

In der Braunschweiger Halle müssen sie niemanden mehr überzeugen. „5000 Christdemokraten sind ein starkes Zeichen“, sagt Niedersachsens CDU-Generalsekretär Ulf Thiele. Egal ob selbst gedrehtes CDU-Wahlkampfvideo oder McAllisters Wahlwerbesong - die Anwesenden freut es. „Ohne David ist hier gar nichts los“, skandieren einige Parteifreunde. McAllister selbst spricht eher verhalten. Nur kurz eröffnet er die Abteilung Attacke, indem er SPD und Grünen „Hochmut“ vorwirft, weil diese schon vor der Wahl um Ministerposten schachern.

Kanzlerin spricht über Landespolitik

Auch die Kanzlerin ist an diesem Nachmittag Niedersächsin. In ihrer kurzen Rede vermeidet Merkel jegliche Verweise oder Aussagen zu bundespolitischen Themen. Lieber lobt sie die Arbeit von CDU und FDP im Land. „Diese Landesregierung hat Wort gehalten“, bilanziert Merkel. Statt der schier endlosen Euro-Krise stehen Schule, Straßenbau und Familien im Mittelpunkt. Und: Bei jeder Wahl gehe es „nicht um Posten und Pöstchen, um Theorien und Ideologien“, sondern um das Leben „jedes einzelnen Niedersachsen“. Deshalb sollten die CDU-Mitglieder als „Leuchttürme“ für eine Fortsetzung der Landesregierung in Hannover werben.

McAllister und Merkel haben nicht nur die Spitzenkandidaten-Rolle gemeinsam. Beide laufen auch Gefahr, ihre Wahlen wegen der FDP-Krise zu verlieren. In Niedersachsen und im Bund könnten die Freidemokraten an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und so dem großen Koalitionspartner CDU die Tour vermasseln.

Seit mehr als einem Jahr liegen SPD und Grüne in dem großen Flächenland bei Umfragen vorn. Zuletzt vereinte Rot-Grün in der Sonntagsfrage 47 Prozent auf sich. CDU und FDP liegen bei 44 Prozent - sollten die Liberalen jedoch wie bislang in allen Umfragen unter fünf Prozent bleiben, müssten McAllister und seine CDU nach zehn Jahren schwarz-gelber Landesregierung wieder auf die Oppositionsbank. Dann hilft es der Union auch nicht, dass sie mit rund 40 Prozent stärkste politische Kraft in Niedersachsen ist.

Ob McAllister gegebenenfalls den Weg in die Bundespolitik sucht, ist unklar. Zwar dementiert er regelmäßig entsprechende Gerüchte - selbst in seinem engsten Umfeld kann sich aber niemand vorstellen, dass die CDU es sich leisten kann, ein solches Talent versauern zu lassen. (dpa)

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