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Berliner Zeitung | Wenn das Mitgefühl für Flüchtlinge verschwindet
06. March 2016
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Wenn das Mitgefühl für Flüchtlinge verschwindet

Magazin-Angst und Hass

Angst und Hass erschweren die Sicht in Deutschland.

Foto:

Getty Images/iStockphoto

Auf meinem Kopf stehen Dutzende silberne Folien ab. Ich sehe aus wie ein Fossil oder wie Außerirdische in Science-Fiction-Filmen mit kleinem Budget. Die Kunden im Friseurgeschäft sitzen einander zugewandt, aber durch Spiegel getrennt. Man sieht sich nicht, man hört sich gut. Ich entspanne, während meine Strähnchen unter der Folie erblonden. Die andere Spiegel-Seite redet empört über Flüchtlinge: 600 Euro bekommen die sofort in die Hand, alles bekommen die umsonst, während es uns Deutschen immer schlechter geht.

Ich will hier keine Auseinandersetzung. Aber ich weiß, dass ich mich schlecht fühlen werde, wenn ich jetzt nichts sage. Deshalb mische ich mich als unsichtbare Stimme ein: Es gebe viel weniger Geld für die Flüchtlinge, oft klappe die Auszahlung nicht. Im Unterschied zu uns besäßen die Flüchtlinge nicht einmal das Notwendigste und hätten große Strapazen hinter sich. Die Sätze stolpern, ich bin nicht gelassen.
Auf der anderen Seite ist Ruhe. Dann mustert mich eine Frau durch die Lücke zwischen zwei Spiegeln: „Sie sind für Flüchtlinge? Ich nicht. Wir Deutschen sind nach dem Krieg nicht geflüchtet. Wir Deutschen haben unser Land wieder aufgebaut. Was sagen Sie dazu?“ Durch mein seltsames Aussehen wirkt die Situation wie eine groteske Filmszene. Was sage ich dazu? 

Ich habe den Glauben an die Kraft der Argumente fast verloren. Hat es Sinn, dieser Frau etwas von den „Rattenlinien“ zu erzählen? Das waren Fluchtrouten vermögender Nazis und Kollaborateure nach Kriegsende, zumeist nach Argentinien, oft mit der Hilfe des Vatikans – wer Geld und Grund zum Fliehen hatte, ist geflohen. Dass Deutsche viele Länder zerstört hatten und nach Kriegsende dort Feinde blieben, denen man kein Asyl gewährt, dass die meisten Deutschen also gar nicht hätten flüchten können –  würde die Frau den Gedanken folgen wollen? Würde es sie interessieren, dass Deutschland 2016  für die Flüchtlinge  etwa 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgeben wird?
Ich bin der Typ, der leicht mit Menschen ins Gespräch kommt. Ich mag Zufallsbegegnungen, die lachend enden. Irgendwie ist das vorbei. Fragen bedeuten kein Interesse an meiner Meinung: Sie sind von Vorurteilen vergiftet oder sie sind Tests. Leute wollen herausfinden, ob ich auf ihrer Seite bin.
Das ging los mit den Handys der Flüchtlinge. „Wieso haben die denn alle eins? Und auch noch so teure!“ Ich erklärte, dass sich Flüchtende mit Informationen auf dem Laufenden halten müssen, dass sie mit der Familie Kontakt halten, das Kriegsgeschehen verfolgen und dass das alles nur mit einem Smartphone geht. Dennoch erhellte sich kein Gesicht.

Suche nach einem Grund

Eine Verkäuferin zu mir, von Frau zu Frau: „Haben Sie gesehen, welchen Müll die Flüchtlinge hinterlassen? Wie das überall aussieht, wenn die weiterziehen?“ Ich habe das auch im Fernsehen gesehen. Flüchtende kommen erschöpft irgendwo an und brechen erschöpft nach irgendwohin auf. Was sie nicht mehr brauchen oder tragen können, lassen sie liegen. Sie schleppen das Wichtigste – Kinder, Decken, Gepäck. Sie haben keine Hand frei für Mülltüten, und auf ihrem Weg über Gleise, Trampelpfade und Autobahnen stehen keine Abfalltonnen. Die Verkäuferin könnte sich die Frage selbst beantworten. Aber sie will nicht.
Ich weiß nicht mehr, wie Leute, die ich zu kennen glaube, auf Flüchtende reagieren. „Aber das Foto mit diesem ertrunkenen kleinen Jungen, das ist doch eine Fälschung, Frau Sylvester. Ich meine – wenn der wirklich ertrunken wäre, dann müssten seine Sachen doch viel nasser sein!“ Das sagt eine sympathische Frau aus dem gehobenen Mittelstand. Sie kann nicht wissen, wie nass dieses Kind gewesen ist. Es gab nur ein Foto. Sie sucht nach einem Grund, mit Fremden kein Mitgefühl haben zu müssen. 

Ein Besoffener öffnet in der Berliner S-Bahn-Linie 41 seine Hose und pinkelt die Kinder einer Flüchtlingsfrau an, fünf und fünfzehn Jahre alt sollen sie gewesen sein. Als Angela Merkel vor der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau eintrifft, stehen ihr wütende Leute gegenüber, mit Schildern auf denen „Volksverräterin“ steht. Eine blonde Frau um die dreißig schreit der Kanzlerin hinterher: „Schlampe!“ „Fotze!“
Wenn das Mitgefühl verschwindet, kommt die Schamlosigkeit zu großen Auftritten.

Eine Gesellschaft ohne Einfühlungsvermögen erkaltet, weil sich kein Gemeinsinn ausbildet, keine Solidarität, kein Respekt gegenüber Schwächeren. Erst das Mitgefühl macht den Menschen zum sozialen Wesen.

Ich lese jeden Tag im Netz die Kommentare über Flüchtende, Medien und Politiker. Da sind  Bündnisse entstanden: überwiegend eifernd, hasserfüllt, obszön, aufwiegelnd. Ich denke, dass ich als Journalistin wissen muss, was die Deutschen denken, mit denen ich zur selben Zeit im selben Land lebe. Es sind doch auch meine Leute.

Im Kollegenkreis werden Rückzüge erklärt: „Ich nehme das nicht mehr zur Kenntnis, es belastet mich sonst“, sagt einer. „Das ist doch nur der moderne Stammtisch“, sagt ein anderer, „man lässt Wut raus und fühlt sich besser. War schon immer so, bleibt so, muss ich nicht haben.“ Eine Kollegin: „Wenn ich immer die Kommentare zu meinen Texten lesen würde, könnte ich nicht mehr schreiben.“

Unverschämte Kommentare

Im letzten Jahr begrenzte fast jede zweite Zeitung die Kommentarfunktion auf ihrer Website: Redakteure konnten die Flut strafrechtlich relevanter Kommentare nicht mehr bewältigen. Die Berliner Zeitung geht jetzt juristisch gegen Leser vor, die Redakteure bedrohen und diffamieren. Ein Kriminalreporter hatte über Ermittlungsergebnisse der Polizei geschrieben – demnach war die Vergewaltigung einer 13-jährigen Russlanddeutschen erfunden. Ein Leser namens Speedball mailt danach: „Falls es Ihnen entgangen ist: Wir reden über eine Familie von Russlanddeutschen – also ‚Blutdeutschen‘ genau wie Sie. Ich dachte immer, echte Deutsche halten zusammen.“ MissKittyKawaii twittert dem Reporter: „Erweise Deutschland einen Dienst und scheide freiwillig aus dem Leben.“

Kopp online, das Internet-Portal des Kopp-Verlags („Hier finden Sie die Fakten und Meinungen, die in den Mainstream-Medien tabuisiert und unterdrückt werden.“), greift die Debatte in der Berliner Zeitung auf.  Die Aufforderung zum Selbstmord wird dort „saftiger Kommentar“ genannt, es gebe auch Grund dafür: „Die Zeitung leistet sich immer wieder abwegige Standpunkte, die provozieren und aufregen.“
Selber schuld also.

Man kann zusehen, wie sich die Meinungen polarisieren. Eine Seite ruft der anderen Parolen über die Mauer: „Wir wollen keine Asylantenheime!“ gegen „Wir wollen keine Nazi-Schweine!“ Weiß jemand, wie die Kräfteverhältnisse jetzt sind? Ändern sie sich? Die meisten Deutschen, glaube ich, sind weder fremdenfeindlich noch rassistisch. Aber sie sind gleichgültig, feige und auf diffuse Art unzufrieden. Immer mehr Leute argumentieren jetzt gegen unsere Staatsform: die Demokratie? Was wollen sie stattdessen?
Ich wandere wieder durch das Netz.

Alexander Kissler schreibt in Cicero am 23. Februar 2016: „Sind wir Zeuge einer demokratisch nicht gedeckten, fundamentalen Veränderung des Staatsvolkes? Treibt Merkel diese offensiv voran? Und wer hätte das Recht und die Pflicht, ihr in die Speichen zu greifen? Wäre Deutschland heute eine Republik, die zu streiten und zu debattieren vermag und nicht nur zu moralisieren und zu diffamieren, würden genau diese essenziellen Fragen nun breit und offen diskutiert. Jede Wette: Es wird nicht dazu kommen.“

Der Text ist gut geschrieben und spielt ein bisschen mit dem Feuer: 3 581 Likes. Der am meisten geäußerte Gedanke in 108 Kommentaren: Wir haben gar keine Demokratie. Es gibt keine Volksentscheide. Der Volkswille gilt nichts.  Unter Demokratie verstehen die Leute das, was für sie selbst gut ist.

Die Kommentare werden unverschämt. Nur ein Zitat aus einem der Kommentare: „Ich möchte nicht, dass wie 1914 der Kronprinz Franz Josef und seine Frau, oder 1963 John F. Kennedy oder 1968 Martin Luther King Frau Merkel-Sauer einem Attentat zum Opfer fällt. Sie ist schwer krank, mit einer Holocaust-Psychose und deutlich zunehmender Altersdemenz belastet.“

++ Lesen Sie im nächsten Abschnitt: "Maßlose Behauptungen" ++

Maßlose Behauptungen

Auch außerhalb des Internets werden die Behauptungen maßloser. In Heidenau spricht während des Besuchs der Kanzlerin ein Mann der Reporterin ins Mikrofon: „Die Bundesregierung begeht die größten Verbrechen seit der Geschichtsschreibung.“ Die Schriftstellerin Monika Maron schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einen klugen Text diesen Satz hinein: Die Regierenden „erklären ihre Handlungsohnmacht mit Gesetzen, an die sich außer Deutschland niemand hält, weil keines der Gesetze, auf die sie sich berufen, ein Volk zum kollektiven Selbstmord verpflichtet.“ Neu ist die Abwehr von Flüchtlingen nicht.

Zwölf bis vierzehn Millionen Menschen schleppen sich um das Kriegsende aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in den Westen. Willkommen sind sie selten. „Die drei großen Übel: Wildschweine, Kartoffelkäfer und Flüchtlinge!“ Zwangseinquartierungen der Erschöpften bei Anwohnern müssen Besatzungssoldaten oft mit vorgehaltener Maschinenpistole durchsetzen. Am Stadtrand von Berlin stehen 1945 Schilder: „Flüchtlingen ist der Aufenthalt in Berlin verboten!“
„Die Türken kommen – rette sich, wer kann“ überschreibt der Spiegel am 30. Juli 1973 die Titelgeschichte. „Fast eine Million Türken leben in der Bundesrepublik, 1,2 Millionen warten zu Hause auf die Einreise. Der Andrang vom Bosporus verschärft eine Krise, die in den von Ausländern überlaufenen Ballungszentren schon lange schwelt. Städte wie Berlin, München oder Frankfurt können die Invasion kaum  bewältigen: Es entstehen Ghettos, und schon prophezeien Soziologen Verfall, Kriminalität und soziale Verelendung wie in Harlem.“

Auch dem nächsten Flüchtlingsstrom wird mit größten Befürchtungen begegnet: „Katzenjammer“ heißt der Spiegel-Titel am 19. Februar 1990: „Bei den Bundesbürgern macht sich zunehmend Angst breit, dass diejenigen, die nun Woche für Woche mühelos die Grenzen passieren, das westdeutsche Sozialsystem sprengen und den Wohnungs- und Arbeitsmarkt zum Kollabieren bringen … Hellhörig verfolgen die meisten Bundesbürger die öffentliche Debatte darüber, wie der Zustrom aus der DDR vermindert werden könnte.“ Daran erinnert Hans-Ulrich Jörges vor drei Wochen im Stern.
Immer waren auf der Welt Menschen auf der Wanderung, nach Nahrung, Wasser, Weideplätzen, auf der Flucht. Einige waren schon da, neue kamen an.

Hans Magnus Enzensberger schrieb 1992 in einem Spiegel-Essay über den kleinen Anfang der Besitzverteidigung: Zwei Fahrgäste haben sich im Eisenbahnabteil eingerichtet, Kleiderhaken, Tischchen, Gepäckablagen belegt. Auf freien Sitzen liegen Zeitungen und Taschen. Zwei neue Reisende treten  ein. Die, die vorher da waren, müssen aufräumen und zusammenrücken. Langsam gewöhnen sich die Fahrgäste aneinander.

„Nun öffnen zwei weitere Passagiere die Tür des Abteils. Von diesem Augenblick an verändert sich der Status der zuvor Eingetretenen. Eben noch waren sie Eindringlinge, Außenseiter; jetzt haben sie sich mit einem Mal in Eingeborene verwandelt. Sie gehören zum Clan der Sesshaften, der Abteilbesitzer … Paradox wirkt dabei die Verteidigung eines ‚angestammten‘ Territoriums, das soeben erst besetzt wurde; bemerkenswert das Fehlen jeder Empathie mit den Neuankömmlingen (…); eigentümlich die rasche Vergesslichkeit, mit der das eigene Herkommen verdeckt und verleugnet wird.“ Das kennt jeder.

Wer versteht, dass die Verteidigung des Territoriums ein ureigenes Bedürfnis ist, der sucht vielleicht nach Möglichkeiten, mit Flüchtlingsgegnern zu reden, auch mit Differenzierungen. Wer denkt an die Risse, die eben jetzt durch Familien gehen? Überall Probleme: Anwohner werden von der Ankündigung von Flüchtlingen überrollt und nur von Bürgermeistern halbwegs beschwichtigt, von denen einige Tapferkeitsmedaillen verdienen. Man hätte bei solchen Veranstaltungen die Berufe der neuen Nachbarn vorausschicken können. Gärtner, Lehrer, Schneiderin, IT-Student, Ärztin, Müllmann, Elektriker zum Beispiel – wer das weiß, sieht Menschen mit einem Vorleben und nicht nur Fremde.
Flüchtlingsgegner werden als brauner Mob bezeichnet, als Pack. Sie seien keine Menschen, sondern Verbrecher. Die demonstrieren mit dem Schlachtruf „Wir sind der Mob!“ und drehen das von Medien benutzte Vokabular um. Es hat sie  enger zusammengeführt.

Magazin Tempelhof

Soldaten der Bundeswehr und die Berliner Feuerwehr bauen im ehemaligen Flughafen Tempelhof gemeinsam mit Freiwilligen Stockbetten auf, um in dem Hangar Flüchtlinge unterzubringen.

Foto:

imago/Christian Mang

Und die Verteidiger der Flüchtlinge und fremder Kulturen? Sie retten unseren Ruf. Heute gehört viel Mut dazu. Aber einige pflegen überzogene Rhetorik: „Ausländer, lasst uns nicht mit den Deutschen allein“ stand auf Plakaten und – das ist nun wirklich verrückt – „Nie wieder Deutschland!“ Christian Wulffs Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ blieb eine gut gemeinte Behauptung, nicht geprüft, nicht diskutiert. Die fröhliche grüne Vorstellung einer Multikulti-Gesellschaft schob die Anstrengungen einer Integration auf Nebengleise. Integration will die Eingliederung von Minderheiten, nicht ihre von Tabus behütete Parallelität.

Eine Lehrerin unterrichtet in Neukölln Klassen mit sehr hohem Ausländeranteil. Sie berichtet über Deutschenfeindlichkeit der türkisch- und arabischstämmigen Schüler. Diese Jungen definierten sich als Nichtdeutsche und blickten auf Deutsche als Ungläubige herab, und  – wenn es um Mädchen geht – auf Schlampen. Die wenigen deutschen Schüler müssten kuschen und schweigen, beschimpft werden sie trotzdem.

Das war das Thema einer Veranstaltung des multikulturellen Ausschusses der linken Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. „Das Unbehagen, Deutsche als Opfer von Diskriminierung zu thematisieren, bleibt bei der Tagung bis zum Ende“, schrieb Jörg Lau am 7. Oktober 2010 in der Zeit. Er war dabei und erlebte, „wie schwer es manchen Linken immer noch fällt, offen von den Konflikten des Einwanderungslandes zu reden. Eine Professorin für Rassismusforschung versucht nachzuweisen, dass die „strukturell benachteiligten Schüler“ türkischer oder arabischer Herkunft per definitionem nicht zum Rassismus fähig seien, weil sie ja eine machtlose Minderheit darstellten.
Jeder verteidigt sein Weltbild. Meinungsmacher einigen sich auf Begriffe, die Stimmungen in die Welt tragen. „Wirtschaftsflüchtlinge“ zum Beispiel – eigentlich passt das Wort für reiche Leute, die ihr Geld zu Steueroasen schicken. „Armutsflüchtlinge“ muss es heißen, was denn sonst. „Helfersyndrom“, noch so ein boshaftes Wort: Es unterstellt, dass jemand nicht Menschen helfen, sondern sich selbst besser fühlen will. So werden die freiwilligen Helfer niedergemacht. Ein Kommentar in Focus online, Februar 2016: „Ohne den, staatlich sanktionierten, Massenansturm würden bestimmt viele Helfer perspektivlos herumlungern, Drogen konsumieren und ein Studium nach dem anderen abbrechen. Wenn man gut sein kann, muss man sich  nicht um seine eigenen Probleme kümmern. Schlimm nur, dass derartiges Verhalten immer wieder glorifiziert wird.“

Dem Wort „Gutmensch“ begegnete ich Anfang der Neunziger im Zusammenhang mit dem Namen Rupert Neudeck. Er hatte mit der „Cap Anamur“ Zehntausende vietnamesische Bootsflüchtlinge gerettet. Aus dem Kontext ergab sich ganz klar, dass ein „Gutmensch“ nichts Gutes war. Das Wort klang hämisch, verächtlich. Das Stigma ist geblieben. „Wutmensch“ steht noch am 18. 10. 2013 auf der Website von Politically incorrect über Rupert Neudeck: „Allzu lange lässt sich das Volk nicht mehr von solchen Schwätzern blenden. Wenn der Neger und Tschetschene um das eigene Haus schleicht und gleichzeitig der Griff in das eigene Geldbörserl spürbar wird, kommt auch der dümmste Gutmensch ins Grübeln.“

„Die Lage nimmt immer mehr zu“, so hieß es vor Jahrzehnten in einem komischen ungarischen Film. Heute könnte man vor dem Gefühl einer drohenden großen Veränderung der Lage verzweifeln. Aber das geht ja nicht.

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