04.01.2012

Türkischer Geschäftsmann erschossen: 5000 Euro für Hinweise auf Kreuzberger Todesschützen

Von Lutz Schnedelbach
Der 46 Jahre alte Recep Aksu wurde in Kreuzberg auf offener Straße niedergeschossen.
Der 46 Jahre alte Recep Aksu wurde in Kreuzberg auf offener Straße niedergeschossen.
Berlin –  

In Kreuzberg wurde im Dezember ein türkischer Geschäftsmann auf offener Straße erschossen - inzwischen geht die Polizei davon aus, dass der Schütze auffällig klein sein soll - und ein auffälliges Kapuzenshirt trug. Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Im Mordfall Recep Aksu hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Das Geld wird für Hinweise gezahlt, die zur Aufklärung des Mordes führen. Auch mit Suchplakaten wird nach dem Täter gefahndet. Die Polizei wird noch am Mittwoch beginnen, tausend Plakate in Geschäfte, Lokale und Hausflure in Kreuzberg und Marzahn aufzuhängen.

Der 46 Jahre alte türkische Geschäftsmann war am 17. Dezember vergangenen Jahres in der Großbeerenstraße in Kreuzberg erschossen worden. Die Mordkommission hat bei ihren Ermittlungen inzwischen erfahren, dass der Schütze auffällig klein gewesen sein soll. Außerdem sei er mit einem auffälligen Kapuzenshirt unterwegs gewesen, haben Zeugen gesagt. Zunächst hatten die Ermittler nach einer französisch sprechenden Frau gesucht, die unmittelbar zur Tatzeit am Tatort war. Die Frau habe sich jedoch nicht gemeldet, hieß es im Polizeipräsidium.

Aksu, Vater von zwei erwachsenen Kindern, einer 20 Jahre alten Tochter und einem 23-jährigen Sohn wurde von mehreren Projektilen in den Oberkörper getroffen und sackte gegenüber der Hausnummer 93 blutüberströmt auf dem Gehweg zusammen. Während sich Passanten um den lebensgefährlich verletzten Mann kümmerten, alarmierten Zeugen die Polizei und die Feuerwehr. Eine Stunde lang kämpfte ein Rettungsteam der Feuerwehr zusammen mit einem Notarzt um das Leben des 46-Jährigen. Den Helfern gelang es jedoch nicht, das Opfer zu reanimieren. Recep Aksu erlag seinen Verletzungen.

Tatwaffe verschwunden

Gerüchte, nach denen der Mörder russisch gesprochen haben soll, bestätigte die Polizei nicht. Unklar ist auch, ob das Opfer, wie Zeugen zunächst behauptet hatten, ein Messer bei sich trug. Die Tatwaffe  ist weiterhin verschwunden. Auch die Anwohner der angrenzenden Häuser wurden befragt. Dabei ergab sich jedoch keine Spur zum Täter.

Recep Aksu ist bei der Polizei bekannt. Er habe Einträge wegen Nötigung und Körperverletzung, hieß es im Polizeipräsidium. Für die Polizisten war er ein Kleinkrimineller.
Aksu, der geschieden ist und in Wedding lebte, wollte Ende Dezember Tagen in einem Marzahner Einkaufszentrum ein Massagegeschäft eröffnen. Für 27,90 Euro sollten Kunden eine halbe Stunde lang medizinisch  massiert werden. Außerdem plante der Geschäftsmann, Massagestühle zu vermieten.

Die Eröffnung des Ladens, in dem vorher ein Versicherungsmakler seine Dienste anbot, hatte sich wegen eines Wasserrohrbruchs verzögert. Das habe sehr an seinen Nerven gezerrt, sagten Bekannte. In einer benachbarten Bar habe Aksu häufig über schlecht gehende Geschäfte geklagt. Dennoch habe er sich getraut, einen Laden einzurichten .

Verletzungen im Gesicht

Einige Bekannte erzählen, dass Recep Aksu in den vergangenen Wochen Verletzungen im Gesicht hatte. Die seien von einem Autounfall habe er gesagt. "Das haben wir ihm nicht geglaubt", so ein Mann. "Es sah so aus, als sei er verprügelt worden." Zweieinhalb Stunden vor seinem Tod soll er einen Döner gegessen und mit dem Besitzer geplaudert haben.

Hinweise zum Schützen  nimmt die 2. Mordkommission unter Tel. 4664911201 entgegen. Die Ermittler interessieren sich auch dafür, wie der Geschäftsmann in die Großbeerenstraße gelangt ist. Kurz vor der Tat soll der 46-Jahre alte Mann in Marzahn einen Döner gegessen haben.

 

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