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Prism auf französisch: Auch Frankreich schnüffelt seine Bürger aus

Big Brother spricht auch Französisch.

Big Brother spricht auch Französisch.

Foto:

REUTERS

Auch Frankreichs Geheimdienst spioniert einem Bericht der Zeitung Le Monde zufolge offenbar systematisch die elektronische Kommunikation innerhalb des Landes und den Kommunikationsfluss mit dem Ausland aus. Der Auslandsgeheimdienst DGSE sammele die Verbindungsdaten von Rechnern und Telefonen in Frankreich.

Darunter falle auch das Verhalten von Bürgern im Internet, etwa auf Google oder Facebook. Ziel des Ausspähens sei es, Wissen darüber zu sammeln, wer mit wem kommuniziere und so Verbindungen von Beobachteten untereinander identifizieren zu können. Dem Inhalt der Kommunikation werde dagegen wenig Beachtung geschenkt. Das Schnüffelprogramm diene insbesondere dem Kampf gegen den Terrorismus.

Die politisch Verantwortlichen seien über das Spähen des Geheimdienstes informiert, dieses sei aber geheim und unterliegt nach Darstellung von Le Monde keinerlei Kontrolle. In der Pariser Zentrale des Auslandsgeheimdienstes stünden riesige Rechnerkapazitäten bereit, um die erspähten Daten aufzunehmen und sie zu bearbeiten. Zugriff darauf hätten auch die anderen französischen Geheimdienste sowie ein bestimmter Teil der Polizei. Nach Darstellung von Le Monde ist das Spähprogramm nach französischem Recht illegal.