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Fahrgast-Rechte: Fünf Tipps für eine gute Reise mit den Öffentlichen

Ticketautomat kaputt? Fahrgäste sollten mit dem Handy ein Foto vom defekten Automaten und von der Automaten-Nummer machen – oder aber andere Reisende als Zeugen hinzuziehen.

Ticketautomat kaputt? Fahrgäste sollten mit dem Handy ein Foto vom defekten Automaten und von der Automaten-Nummer machen – oder aber andere Reisende als Zeugen hinzuziehen.

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dpa

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Shopping-Ausflug oder für den Kurzurlaub – etwa zwei Milliarden Menschen nutzen jährlich die öffentlichen Verkehrsmittel, um von A nach B zu kommen. Doch nicht immer ist die Reise so komfortabel wie erhofft. Defekte Ticketautomaten, Zugausfälle und überfüllte Bahnen machen den Weg mitunter beschwerlich. Dennis Brunke, Partneranwalt von Roland-Rechtsschutz, gibt fünf Rechtstipps für eine gute Reise im öffentlichen Nah- und Fernverkehr.

Tipp 1: Wenn der Ticketautomat streikt

Es ist ein altbekanntes Problem: Der Ticketautomat nimmt Scheine oder Münzen nicht an, spuckt keine Fahrkarte aus oder ist ganz außer Betrieb. Wer nun aber glaubt, einfach ohne Ticket in den Zug steigen zu können, hat weit gefehlt. „Das Fahren ohne gültigen Fahrausweis gilt grundsätzlich erst einmal als Schwarzfahren – und damit als Straftat“, erklärt Rechtsanwalt Dennis Brunke.

Kommt der Fahrgast nicht an ein Ticket, sollte er sich sofort an die kostenlose Service-Hotline des Verkehrsbetriebs wenden und dort die Störung melden. Dann kann der Reisende zwar in den Zug einsteigen, muss sich jedoch umgehend ans Personal wenden. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Beweise sammeln: „Fahrgäste können zum Beispiel ein Foto vom defekten Automaten und von der Automaten-Nummer machen – oder aber andere Reisende als Zeugen hinzuziehen“, rät der Anwalt.

Tipp 2: Wie man Ärger mit dem Chef vermeidet

Witterung, technische Probleme, überfüllte Bahnsteige – aus den unterschiedlichsten Gründen rollen jeden Tag zahlreiche Züge unpünktlich am Bahnsteig ein oder fallen sogar komplett aus. Lange Wartezeiten machen den Weg zur Arbeit schnell zum Ärgernis. Noch schlimmer, wenn man dann auch noch ein wichtiges Meeting verpasst.

Um sich zumindest den Rüffel vom Chef zu ersparen, gibt es aber eine Lösung: „Die Verkehrsbetriebe bieten den Reisenden mitunter an, Verspätungen schriftlich zu bestätigen. So lässt sich zumindest nachweisen, warum man nicht pünktlich zur Arbeit oder zum Termin erschienen ist“, erklärt Rechtsanwalt Dennis Brunke.

Tipp 3: Am Bahnhof gestrandet – was nun?

Eine unangenehme Vorstellung: Mitten in der Nacht lässt der letzte Zug nach Hause auf sich warten, Ersatz ist weit und breit nicht in Sicht. Damit Fahrgäste nicht die Nacht am Bahnhof verbringen müssen, gibt es auch hier eine Lösung: „Steht kein anderes öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung, kann sich der Reisende ein Taxi nehmen und sich den Betrag – bis zu einer Höhe von 80 Euro – vom Verkehrsbetrieb erstatten lassen“, weiß Brunke.

Wer mit dem Taxi nicht weit käme, könne sich für die Nacht sogar in einem Hotel einquartieren – solange der Preis für das Zimmer angemessen ist. Diese Regelungen gelten allerdings nur von Mitternacht bis fünf Uhr morgens. „Damit die Kosten später auch erstattet werden, sollte alles ordentlich dokumentiert werden.“ Das bedeutet: Beweise für die Verspätung sammeln, wenn möglich vom Bahnhofspersonal bestätigen lassen und Quittungen für Fahrten und Übernachtungen gut aufbewahren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wann Sie ein Taxi nehmen sollten, und ob Ihnen der Fahrpreis erstattet wird.

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