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Premiere von „Gringo Trails“ in Berlin: Was Backpacker anrichten können

Partytouristen am Strand von Koh Pha Ngan, Thailand.

Partytouristen am Strand von Koh Pha Ngan, Thailand.

Foto:

gringotrails.com

Wie verändern Backpacker die Orte, die sie besuchen? Und wie verändert Reisen die Menschen? Der neue Dokumentarfilm „Gringo Trails“ liefert Antworten auf diese Fragen. Vom bolivianischen Dschungel über die Partystrände Thailands, von der Wüste im malischen Timbuktu bis zum abgelegenen Bhutan: „Gringo Trails“ lässt Backpacker und Einheimische zu Wort kommen. Wir haben die Regisseurin Pegi Vail zum Interview getroffen.

Aus Ihrer Sicht: Warum verreisen Menschen eigentlich?

Schwierige Frage. Es gibt so viele Gründe. Mir fällt dazu ein Zitat des Schriftstellers Pico Iyer ein: „Wir reisen zunächst, um uns zu verlieren; und wir reisen dann, um uns zu finden.“ Wir reisen, um zu flüchten, um neue Kulturen kennenzulernen, um unsere Denkweisen zu überprüfen und unsere Grenzen zu testen. Manche Leute nehmen unterwegs eine andere Rolle ein oder tun Dinge, die sie zu Hause nicht tun. Auf jeden Fall verändern uns die Erfahrungen für immer – meistens positiv.

Welche Rolle hat Ihre eigene Freude am Reisen bei der Entstehung des Films gespielt?

Eine große. Seitdem ich als Teenager durch einen Schulausflug erstmals nach London und Paris gekommen bin, war mir klar: Reisen würde ein wichtiger Aspekt in meinem Leben werden. Auch meine Arbeit als Anthropologin hat mich dazu gebracht, diesen Film zu machen. In meinem Job beschäftige ich mich viel mit den wirtschaftlichen und politischen Aspekten von Tourismus und dem Einfluss, den Touristen weltweit haben.

Wie lange haben Sie an dem Film gearbeitet?

Insgesamt 14 Jahre, aber ich habe nicht ständig daran gearbeitet. Die ältesten Szenen stammen aus Bolivien, wo ich 1999 für meine Doktorarbeit recherchiert habe. 2010 und 2012 haben wir weitere Aufnahmen in Thailand, Bolivien und Bhutan gemacht. So dokumentiert der Film die Veränderungen in der Backpacker-Szene über einen Zeitraum von 15 Jahren. Das macht ihn aus meiner Sicht so spannend.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Folgen Backpacking hat.

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