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SPD: die Traditionspartei

Ein durch die Jahrzehnte von der SPD in der Ausländerfrage umgesetzter Grundwert lautet: Mal so, mal so. Ein anderer: Je nach dem. Mal ist man internationalistisch, mal eher am Interesse der deutschen Arbeiterschaft orientiert. Je nachdem, ob gerade das Gute verteidigt werden soll oder Wahlkampf herrscht. Wir erinnern an diese Tradition an dieser Stelle und zitieren statt der aktuell erregten Kritiker des Sozialdemokraten Sarrazin sozialdemokratische Klassiker.Franz Laufkötter, 1904, fordert ein Einwanderungsverbot für Arbeiter bestimmter Rassen und Nationen:"Man muss eben unterscheiden zwischen Arbeitern, die aus einem Kulturlande kommen und solchen, die rückständigen Nationen angehören." Willy Brandt warnt 1973: "Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer Nation leben, eine bestimmte Grenze überschreitet, gibt es überall in der Welt Strömungen des Fremdheitsgefühls und der Ablehnung, die sich dann zur Feindseligkeit steigern." Helmut Schmidt schlägt 1981 Alarm: "Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag." Und ganz klar 1982: "Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze." Gerhard Schröder kernig 1987: "Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eines: Raus, und zwar schnell."Jetzt stellt sich heraus, etliche Genossen traten der SPD in Unkenntnis der daselbst latenten Überfremdungsängste bei. Und wer ist schuld? Im Zweifel: Sarrazin.