image001
Nachrichten aus Berlin und der ganzen Welt

SPD-Kundgebung: Steinbrück bezeichnet AfD als „Rattenfänger“

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht am 19.09.2013 bei der SPD-Wahlkampfveranstaltung "Klartext Open Air" in Berlin auf dem Alexanderplatz.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht am 19.09.2013 bei der SPD-Wahlkampfveranstaltung "Klartext Open Air" in Berlin auf dem Alexanderplatz.

Foto:

AP/dpa

Berlin -

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat ausdrücklich vor einer Wahl der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) gewarnt. „Sie sollten nicht irgendwelchen Rattenfängern am 22. September hinterherlaufen, was Europa betrifft“, sagte er am Donnerstagabend beim Wahlkampfendspurt der SPD mit rund 6000 Bürgern auf dem Alexanderplatz in Berlin.

Die Bewältigung der Eurokrise koste Geld und erfordere Solidarität. Deutschland müsse in Anlehnung an Willy Brandt „ein Volk guter Nachbarn“ bleiben. Er gehöre glücklicherweise schon zu einer Generation, „die nicht im Krieg verheizt worden ist“.
Bei einem Wahlsieg will der 66-Jährige dem Steuerbetrug in Deutschland den Kampf ansagen. „Wenn Sie wollen, dass die Kavallerie gegen Steuerbetrug gesattelt wird, dann müssen Sie mich wählen.“ Steinbrück spielte damit auf seine Zeit als Bundesfinanzminister an, als er der Schweiz im Kampf gegen deutsche Steuerhinterzieher mit der Kavallerie drohte. Er kündigte an, für Reformen zu sorgen, etwa im Bereich Pflege und beim Ausbau der Kita-Plätze in Deutschland.

Umfragen: Rot-Grün reicht nicht

„Frau Merkel fährt gerne Kreisverkehr“, kritisierte Steinbrück. Er wolle ein Land, das ökonomisch stark sei, weil es sozial gerecht zugehe. „Das Wir entscheidet über die Zukunft unserer Gesellschaft.“ SPD-Chef Sigmar Gabriel betonte, die FDP in ihrer jetzigen Form mache sich überflüssig. „Der stolze Liberalismus hat in Deutschland keine Heimat mehr. Und das ist der Grund, warum sie aus den Parlamenten fliegen.“ Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit warf Merkel Tatenlosigkeit vor: „Frau Merkel hat versucht, im Schlafwagen an der Macht zu bleiben“, meinte der SPD-Vize.

Laut Umfragen kann die SPD bei der Bundestagswahl auf einen klaren Zuwachs im Vergleich zu den 23 Prozent von 2009 hoffen - aber für Rot-Grün und einen Kanzler Steinbrück würde es nach bisherigen Umfragen nicht reichen. Daher wird intern bereits über die Haltung zu einer möglichen großen Koalition nachgedacht. Die Parteilinke sieht für Gespräche mit der Union überhaupt nur eine Basis, wenn SPD-Ziele wie Steuererhöhungen für Wohlhabende zur Finanzierung von Mehrausgaben im Bildungsbereich und 8,50 Euro Mindestlohn durchgesetzt werden. (dpa)



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?