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Alba Berlin: Albas Basketballer am Wendepunkt

Akeem Vargas von Alba Berlin.

Akeem Vargas von Alba Berlin.

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Imago

Am Sonnabend gastiert Tübingen in der Arena am Ostbahnhof. Ein Team, das besser einzustufen ist als der Tabellenletzte Bremerhaven. Gegen den haben die Berliner Ende November eine Niederlage kassiert.

Das fiel in eine Phase, als ihnen die eigene Halle zur Last zu werden schien. Vier Heimspiele in Serie haben sie verloren. Am Mittwochabend setzten sie sich beim 80:79 gegen Brindisi durch, den Tabellenletzten ihrer Gruppe im Eurocup. Der Stimmung tat das sichtlich gut. Akeem Vargas etwa wirkte gelöster als zuletzt, auch wenn er meinte, dass es noch auf einigen Baustellen etwas zu tun gebe: „Wir sehen allgemein noch nicht so gut aus.“ Doch mit dem Einzug in die zweite Runde ergibt sich nun die Möglichkeit, gegen internationale Konkurrenz weiter an sich zu arbeiten.

An Vargas war Albas Wandeln zwischen der Heimniederlage am Wochenende gegen Bamberg und dem Heimsieg am Mittwoch gegen Brindisi gut zu erkennen. „Gegen Bamberg hat Akeem sehr korrekt gespielt, nicht giftig wie sonst“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi. „Gegen Brindisi war wieder die Galligkeit da.“ Auf drei Punkte kam Vargas zwar nur, aber wenn er auf dem Feld stand, machte sein Team gegenüber den Italienern 14 Punkte gut. In der Plus-Minus-Statistik war dies der zweitbeste Wert hinter Dragan Milosavljevic. Der Flügelspieler erzielte sieben seiner 14 Zähler an der Freiwurflinie. „Er hat gespürt, dass es nicht so läuft“, sagt Baldi. Doch statt die Wende erzwingen zu wollen, konzentrierte sich Milosavljevic auf die Basisarbeit, spielte aggressiv und zog Fouls. Als Freiwerfer leistete er in der Schlussphase einen wichtigen Beitrag.

Labile Konstruktion

Gelöst war die Stimmung, gespannt sind die Berliner, wie sich dieser Erfolg auf die weitere Saison auswirkt. „Man wird stärker durch solche Spiele“, sagte Trainer Sasa Obradovic. Die Niederlagen vor den eigenen Fans haben viel Selbstsicherheit gekostet. Das war auch gegen Brindisi zu beobachten. Unglückliche Entscheidungen in der Offensive, umständliche Aktionen in der Defensive – die Automatismen, die sich bereits zum Saisonstart eingestellt zu haben schienen, sind verloren gegangen. Die Konstruktion dieses Teams ist noch sehr labil. „Wir müssen wieder an den Grundlagen arbeiten“, sagte Obradovic. Und dabei hilft eine positive Stimmung eben mehr als eine Debatte, warum sie die zweite Runde des Eurocups verpasst haben, da doch die Top 32 als eines der Saisonziele formuliert worden war.

Dieses Ziel haben sie nun erreicht. Sie kommen sogar in eine attraktive Gruppe mit Aris Saloniki, Neptunas Klaipeda und einem der Abstiegskandidaten aus der Euroleague: entweder Limoges mit Heiko Schaffartzik oder Mailand mit Jamel McLean. Beide sind ehemalige Alba-Profis, was mehr die Fans interessieren dürfte als die Verantwortlichen im Klub. „Das Erste, worauf wir schauen, sind die Reisen“, sagte Baldi. Ein umständlicher Trip bleibt ihnen erspart. Auch Limoges und Mailand verfügen über einen Flughafen. Wer von den beiden Teams zur Gruppe J stößt, wird am Freitag geklärt sein. Eine Unwägbarkeit weniger, immerhin.