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Alba Berlin gegen Basketball Löwen Braunschweig: Nach Niederlage sucht Alba nach Verstärkung

Alba-Spieler Elmedin Kikanovic (l.) gegen Kenneth Frease von den Basketball Loewen Braunschweig.

Alba-Spieler Elmedin Kikanovic (l.) gegen Kenneth Frease von den Basketball Loewen Braunschweig.

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imago/Eibner

Die Sprache im Basketball ist Englisch, und Hustle heißt Betriebsamkeit. So gesehen mussten sich Alba Berlins Basketballer am Sonnabend in Braunschweig nicht schämen, denn ihre Hustle-Statistik war ordentlich. 49 Rebounds hatten sie ihrer Betriebsamkeit zu verdanken, davon 22 in der Offensive. Es gab also viele zweite Chancen in dem Duell der Bundesliga (BBL), nur genutzt wurden sie nicht. Eine Wurfquote von 23,1 Prozent mit 15 Treffern bei 65 Versuchen aus dem Feld war schwach. Alba verlor 43:46 (24:20). Ein historischer Tiefststand. Der bisherige Negativrekord datierte von 1992 mit 49 erzielten Zählern in Leverkusen.

„Es war sicher eines der hässlichsten Spiele, die ich jemals erlebt habe“, sagte Albas Trainer Sasa Obradovic. Da ging es ihm wie seinem Geschäftsführer Marco Baldi: „Es gibt solche Spiele, in denen kein Ball reingehen will, aber in der kollektiven Ausprägung habe ich das selten erlebt.“ Sie hätten sogar noch gewinnen können, doch der Braunschweiger Keaton Grant traf am Ende zum Sieg. „Die größte Gefahr liegt jetzt darin, dass wir dieses Spiel zu sehr an uns ranlassen“, sagte Baldi, „dass die Spieler versuchen, etwas anders zu machen als bisher.“

29 Dreier-Versuche, vier Treffer

Das taten sie bereits während der Partie in Braunschweig. Entnervt von der gegnerischen Zonenverteidigung warfen sie 29 Mal von jenseits der Dreipunktelinie, trafen aber nur vier Mal. „Defensiv waren wir okay“, sagte Coach Obradovic, der nun versuchen wird, die Spieler und ihr Spiel daran aufzubauen. Am Dienstag bereits empfangen sie in der Arena am Ostbahnhof Aris Thessaloniki (19 Uhr). „Wir haben gezeigt, dass wir mit einem Euroleague-Team wie Mailand mithalten können“, sagte Baldi. Alba besiegte die Italiener vor zwei Wochen 83:67. Die Partie im Eurocup soll jetzt zur Therapie dienen.

Eine zentrale Ursache für die Malaise bleibt aber. Jordan Taylor fällt wegen seiner Verletzung am Daumen wohl bis Ende Februar aus; seine Kontrolle hätten sie in Braunschweig gebraucht. Wann Niels Giffey zurückkehrt, ist ungewiss. Die Sehnenentzündung im Fuß verursacht weiter Schmerzen. In der BBL kommt er auf eine Dreierquote von 50 Prozent. Mehr Sicherheit von außen hätte am Sonnabend geholfen.

Die Ausfälle verkleinern die Rotation, was wiederum zu höherer Belastung und weiteren Verletzungen oder zumindest zu Konzentrationsschwächen führen kann. Albas Verantwortliche sondieren daher den Spielermarkt nach Verstärkungen. „Mal sehen, ob wir den passenden Spieler verpflichten können“, sagte Baldi. Leicht ist das nicht.

Derzeit sind vor allem Profis zu haben, die nach Verletzungen noch Zeit benötigen, um zu alter Form zu gelangen und diese dann haben, wenn Taylor und Giffey wieder mitwirken. Andere Kandidaten könnten nach kurzer Aufwärmphase helfen, auch weil sie mit der Idee des Berliner Spiels vertraut sind und dazu passen, haben aber finanzielle Vorstellungen, die sich mit denen von Alba nicht decken.

Vor allem läuft Alba Gefahr, die gerade etablierte Teamchemie zu stören, sollte ein Neuer zum Fremdkörper werden. Betriebsamkeit ist zwar gut, auf dem Platz wie auf dem Transfermarkt. Doch muss sie am Ende auch zum Erfolg führen.