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Alba Berlin gewinnt gegen Mitteldeutschen BC: Obradovic: Jeder findet seine Rolle im Team

Wieder anwesend: Niels Giffey.

Wieder anwesend: Niels Giffey.

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imago

So ein Spiel gegen den Allerletzten der Tabelle muss nicht unbedingt das Allerletzte sein. Das werden sich zumindest die knapp 9400 Zuschauer gedacht haben, die am Sonntagnachmittag in die Arena am Ostbahnhof kamen. Die Alba-Fans in der Halle schienen während der Bundesligapartie gegen den Mitteldeutschen BC auf ihre Kosten gekommen zu sein. Vor allem der Spielstand war dazu angetan, für Entspannung zu sorgen auf den Rängen. Das 30:17 nach dem ersten Viertel deutete bereits an, wohin es an diesem Tag gehen sollte: Es wurde ein 89:58 (43:28) daraus.

„Es war eine klare Sache von Anfang an“, sagte Niels Giffey nach der Partie. „Wir sind gut strukturiert inzwischen. Der Ball wandert viel, viel besser als noch vor einiger Zeit.“ Giffey gab gegen den MBC nach neun Partien Abwesenheit sein Comeback. Er hatte wegen einer Fußverletzung seit der Partie im Eurocup bei Reggio Emilia (71:74) pausieren müssen. In dieser Zeit hätte Giffey eine wichtige Hilfe sein können. Fünf Niederlagen häuften sich zwischenzeitlich an, wobei zuletzt aber auch drei Siege in Folge gelangen.

Jetzt spielte er 3:57 Minuten. „Niels hat vor der Partie erst ein Training mit vollem Kontakt gehabt“, sagte Obradovic. „Ich hoffe, dass er bald wieder ganz zurück ist. Wir brauchen jeden Mann in der Rotation.“ Auch der Coach konstatierte, dass die Abläufe sich verbessert haben, zugleich aber noch Steigerungsmöglichkeiten bestünden. „Zwischenzeitlich fehlte ein bisschen die Konstanz“, stellte er fest. „Aber das ist gegen so eine Mannschaft normal. Womit ich vor allem zufrieden sein kann, ist das Ergebnis.“

Kein einziger Ballverlust

So sahen das wohl auch die Fans. Eine Szene aus der 17. Minute beispielsweise sorgte bei manchem auf den Rängen für Heiterkeit, als Kresimir Loncar zwei Mal zum Korbleger hochstieg und der Ball zwei Mal vom Ring rollte. 39:24 stand es in diesem Moment. Kein Drama also. Zuvor hatte Mitchell Watt ebenfalls den Ball auf den Ring gedrückt, Jordan Taylor spielte kurz danach einen Pass auf Loncar ins Nichts.

Doch dann gab es wieder Momente, in denen sie etwas für den Aufbau ihres Selbstbewusstseins und der Teamchemie tun konnten. Watt zog in der 22. Minute zum Korb und stopfte den Ball ansatzlos in den Korb, eine Übung, die ihm in den vergangenen Wochen nicht immer gelungen war. In der 26. Minute fing Will Cherry einen Pass der Gäste ab und sprintete auf die andere Seite, um das 49:28 zu erzielen. In einer Manier, die sein Trainer schätzt: aus einer aggressiven und aufmerksamen Defensive heraus kam er zu leichten Punkten. „Jeder ist dabei, seine Rolle im Team zu finden“, sagte Obradovic. Vor den schweren Auswärtsspielen in Würzburg am Mittwoch und Ludwigsburg am Sonnabend mochte ihn das zuversichtlich stimmen.

Die Alba-Fans hatten derweil weiter ihren Spaß. Als Jonas Wohlfarth-Bottermann einen Freiwurf zum 61:40 verwandelte, imitierten die Trommeln im Alba-Block das Stampfen einer Dampflok; es klang so, als würde sie bergauf fahren. Sie verstummten nach dem nächsten Ballverlust, aber es blieb ja immer noch der Blick auf das Ergebnis: 63:41 zur letzten Pause, 71:43 nach zwei weiteren Minuten – die Abteilung Rhythmus nahm wieder Fahrt auf. Jubel dann, als Will Cherry ein schnelles, leichtes 78:49 gelang (37). Er kam am Ende auf 19 Punkte. Ihm unterlief kein einziger Ballverlust.