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Alba Berlin: Neu-Trainer Aíto García Reneses hat eine klare Strategie

Aíto García Reneses

Neuberliner: Aíto García Reneses.

Foto:

imago/Agencia EFE

Gestern am frühen Morgen hat Albas Geschäftsführer Marco Baldi Post aus Spanien bekommen. Es handelte sich um einen Arbeitsvertrag, unterschrieben von Aíto García Reneses. Der 70 Jahre alte Basketballtrainer schließt sich für zwei Jahre dem Berliner Bundesligisten an. Alba hatte bereits nach der Entlassung von Chefcoach Ahmet Caki gegen Ende der abgelaufenen Saison Kontakt zu Renenses aufgenommen. Sportdirektor Himar Ojeda fädelte den Deal mit seinem Landsmann ein

Erstmals außerhalb Spaniens

Nach zwei Spielzeiten beim spanischen Erstligisten Gran Canaria und einer einjährigen Auszeit hält der Trainer den Zeitpunkt für gekommen, sich erstmals außerhalb von Spanien zu engagieren. „Ich freue mich auf die Aufgabe, junge deutsche Spieler zu entwickeln“, lässt Reneses über seinen neuen Verein ausrichten. „Ich hoffe, ich kann dabei helfen, den Klub noch besser zu machen.“

Darauf setzen offenbar auch die Berater etlicher Spieler. Seit das Gerücht, Reneses schließe sich Alba an, in der Welt ist, seit etlichen Tagen also, erhält Geschäftsführer Baldi täglich Anfragen. „Viele Agenten bieten uns aus dem Kreis ihrer Spieler die Juwelen an.“

Mit der Verpflichtung des Cheftrainers geht für Alba die Vorbereitung auf die im Spätsommer beginnende Saison richtig los. Einen Assistenten wird Reneses mit nach Berlin bringen. „Wer das sein kann, müssen wir noch schauen“, sagt Baldi. Thomas Päch, der nach Cakis Entlassung die Mannschaft übernahm, wird sich wieder stärker jenen Spielern widmen, die auf dem Sprung ins Profiteam sind. „Auch Thomas dürfte vom neuen Cheftrainer profitieren“, sagt Baldi.

Eine klare Strategie

Die Zusammenstellung der Mannschaft hat ebenfalls in diesen Tagen begonnen. Reneses und Ojeda sichten die Kandidaten. Das Anforderungsprofil ist klar. Etablierte deutsche Profis sind angesichts der finanzstarken Konkurrenz des FC Bayern und der Baskets aus Bamberg für Alba unerschwinglich. Gesucht werden daher entwicklungsfähige Spieler. „Die müssen nicht unbedingt jung sein“, sagt Baldi. Der erste und bisher einzige Zugang Joshiko Saibou etwa ist 27 Jahre alt.

Mit Reneses’ Verpflichtung signalisiert Alba der nationalen Konkurrenz, sich nicht in die Rolle eines Ausbildungsvereins fügen zu wollen. Baldi sagt: „Wir werden uns jetzt nicht hinstellen und sagen: ,Playoffs? Sind uns nicht so wichtig, solange die Nachwuchsarbeit klappt.“ Sportchef Ojeda meint: „Aíto verkörpert die perfekte Kombination aus Talentförderung und sportlichem Erfolg.“

Beim FC Barcelona hat er sich damit zwischen 1985 und 2001 einen Namen gemacht, als er unter anderen mit Pau Gasol arbeitete, bevor der Center in die NBA zu den Memphis Grizzlies wechselte. Bei Juventut Badalona profitierte Ricky Rubio von dem Coach, der Point Guard landete später bei den Minnesota Timberwolves. In Sevilla machte er aus dem 2,21 Meter großen Kristaps Porzingis einen Fall für die New York Knicks.

Reneses verfolgt eine klare Strategie im Umgang mit seinen Mannschaften: Routiniers behandelte er genauso wie Talente. „Der beste Spieler spielt“, sagt der Spanier. Auch wenn er damit ein Risiko eingeht, etwa weil Schiedsrichter unterbewusst dazu tendieren, ein Foul eher zugunsten eines etablierten Akteurs zu pfeifen als zugunsten einer Nachwuchskraft.

Der Trainer gewinnt und verliert mit seiner Mannschaft

Von zwei weiteren Grundsätzen lässt sich Reneses leiten: Es ist der Trainer, der den Spielern Taktik, Technik und Benehmen beibringen muss. Und: „Der Trainer gewinnt und verliert mit seiner Mannschaft; alle sitzen in einem Boot.“ Mit „Immer schön cool bleiben“, könnte der Spanier eine dritte Forderung an sich selbst umschreiben, wenn er denn zu Umschreibungen neigte. Doch Reneses macht keine großen Worte. Als sich abzeichnete, dass er und Baldi ins Geschäft kommen würden und sie sich bei einem Treffen über die Voraussetzungen einer Zusammenarbeit austauschten, sprach der Coach nicht viel. „Doch aus dem, was er sagte“, erzählt Baldi, „hörte man klar heraus, dass er genau über die Hintergründe bei Alba und in der Bundesliga Bescheid wusste.“

Noch verständigen sie sich mit den Mitteln der modernen Kommunikation. Irgendwann im Laufe des Sommers wird Aíto García Reneses aber nach Berlin ziehen. Er sagt: „Berlin ist eine spannende Stadt.“ Und diese Stadt ist seit gestern Morgen um ein spannendes sportliches Projekt reicher.