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Pokalfinale: Alba wird zum neunten Mal Pokalsieger

Alex Renfroe (r) von München und Jordan Taylor von Berlin kämpfen um den Ball.

Alex Renfroe (r) von München und Jordan Taylor von Berlin kämpfen um den Ball.

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dpa

München -

Der Sonntag begann mit einer Panne: Es tropfte von der Hallendecke der Arena am Münchener Westpark auf das Parkett in die Gegend des Mittelkreises. Über Nacht war eine Heizungspumpe kaputt gegangen. So musste das für den Vormittag angesetzte Spiel um Platz drei abgesetzt werden. Eine Panne! Im so perfekten und geleckten München! Für die Alba-Basketballer, beheimatet in einer Stadt, die es gewohnt ist, mit Pannen Schlagzeilen zu machen, musste das doch eine Bedeutung haben. Ein Vorzeichen! Fragte sich nur was für eins. Ist eine Panne zwingend ein schlechtes Vorzeichen? Oder würde sie in diesem Fall denjenigen begünstigen, der an Pannen gewöhnt ist – also die Basketballer aus Berlin?

Die ersten Punkte für die Berliner erzielte dann tatsächlich Mitchell Watt, ein sonst für häufige Pannen berüchtigter Spieler. Er war am Sonntag ins Team gekommen, nachdem Rob Lowery im Halbfinale umgeknickt war. Erstaunlich pannenfrei auf Seiten der Berliner Spieler war dieses erste Viertel ohnehin, insbesondere wenn man es mit dem 79:76-Halbfinalsieg Albas am Sonnabend über Frankfurt vergleicht, einem wilden Rennen, Schießen und Fehlschießen. Mit einer 13:11-Führung für Alba endeten diese ersten zehn Minuten. Von der Hallendecke allerdings schien es weiter zu tropfen. Verdächtig oft rannte jedenfalls ein junger Mensch in Spielpausen mit einem Lappen in die Gegend des Mittelkreises und wedelte damit wild auf dem Parkett herum.

Alba kam aus der Kabine und kämpfte

Das Pech schien in dieser Anfangsphase tatsächlich erst einmal mit den Bayern zu sein. Mehr als einmal sprangen ihnen schon sicher geglaubte Punkte wieder aus dem Alba-Korb heraus. Ihnen fehlte an diesem Sonntag im Übrigen Nihad Dedovic, der sich im Halbfinale beim starken 86:79-Bayern-Sieg über Bamberg (zu dem er sechs Punkte beigesteuert hatte) verletzt hatte. Für ihn kam Sebastian Schmitt ins Team. Irgendwann aber im Verlauf des zweiten Viertel fiel das Pech ab von den Bayern, ihre Würfe rutschten nun durch den Ring. Zwei Dreier hintereinander versenkten da etwa Bryce Taylor und Dusko Savanovic, auf 32:23 zogen die Münchener so davon. In die Halbzeitpause ging es so mit einer Neun-Punkte-Führung für die Bayern bei einem 34:25.

Alba kam aus der Kabine und kämpfte. Jordan Taylor, der schon das Halbfinale mit einem erfolgreichen Dreier eine gute Sekunde vor Schluss entschieden hatte, brachte die Berliner mit einem Dreier bis auf 35:38 heran. Durch Freiwürfe von Alex King gingen die Berliner erstmals wieder in Führung, zu einem 39:38. Diese dritte Viertel endete mit einem 43:43-Gleichstand. Allerdings häuften sich bei Alba in diesem Abschnitt die vermeidbaren Fehler. Und die Schiedsrichter pfiffen eher nicht zu Gunsten der Berliner.

Die Bayern liefen den Berlinern zunnächst einmal davon im vierten Viertel. Einen Dreier von Will Cherry beantwortete der Münchener Bryce Taylor. 54:49 für Bayern stand es da. Hin und her ging es mit der Führung, jeweils nur ein Punkt war es. Dann traf Elmedin Kikanovic per Dreier zum 60:56 für Berlin. Auszeit Bayern, das Publikum in der 6.500-Plätze-Arena stand nun und trieb die Heimmannschaft an. Vergebens. Die Berliner behielten zunächst einmal die Nerven. Dragan Milosavljevic versenkte bei 95 Sekunden auf der Spieluhr einen Dreier zum 65:58 für Alba. Aber die Bayern steckten nicht auf. Die Berliner foulten, um einen Korberfolg zu verhindern. Technisches Foul, zwei Freiwürfe und Ballbesitz Bayern. Die Freiwürfe verwandelten die Bayern, aus dem Ballbesitz machten sie ebenfalls einen zweifachen Punktgewinn. Gleichstand bei 65:65 und dreißig Sekunden auf der Spieluhr.

Tick, tack, tick, tack, Albas Will Cherry spielte die Uhr herunter, dass den Zuschauern die Nerven rissen. Dann zieht er zum Korb. Es sieht nach einer Wahnsinnsaktion aus, die die Berliner den Sieg kostet. Eine Panne jetzt, das würde passen. Aber aus dem Nichts kommt Dragan Milosavljevic und schlägt den Ball durch den Ring der Münchener. Zwei Punkte. 67:65 für Alba. Die Bayern rennen, aber es reicht nicht mehr zu Punkten. Die Berliner nehmen den Pokal mit in die Hauptstadt. Zum insgesamt neunten Mal. Die Hallen-Panne, sie war ein gutes Vorzeichen.

Gelegenheiten zur Revanche gibt es in den kommenden Tagen reichlich. Bis zum 1.3. treffen Alba und Bayern drei Mal aufeinander, zwei Mal im Achtelfinale des Eurocups, einmal in der Bundesliga. Zum einzigen Mal Gastgeber sind die Berliner am Mittwoch um 19.30 in der Arena am Ostbahnhof. Aber ein Titel wird dort nicht vergeben.