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Spiel gegen den FC Bayern: Alba holt Punkte im zweiten Versuch

Rot sieht gelb: Elmedin Kikanovic erzielt gegen die Bayern 16 Punkte und holt zehn Rebounds.

Rot sieht gelb: Elmedin Kikanovic erzielt gegen die Bayern 16 Punkte und holt zehn Rebounds.

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dpa/Lukas Schulze

Es heißt, das Glück sei mit dem Tüchtigen. Für all jene, die daran glauben, war dieser eine Moment am gestrigen Abend in der Arena am Ostbahnhof der endgültige Beweis: In der Bundesligapartie zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern Basketball ging das erste Viertel zu Ende. Die Sekunden purzelten auf der Wurfuhr über dem Korb der Münchner, Albas Kapitän Alex King befand sich noch in der Hälfte der Berliner. Er lief, nahm den Ball mit beiden Händen, warf. Ein Schuss aus der Hüfte im wahrsten Sinne des Wortes. Der Ball zog seine Bahn, 14 000 Augenpaare auf den Rängen folgten ihm. Er flog, die Sirene ertönte, flog weiter und – flopp – rutschte durch die Reuse.

Die Schiedsrichter mussten den Videobeweis bemühen, erklärten dann aber das 24:15 zur ersten Pause für rechtens. Neben der Korbanlage hinter der Bande saß Albas Geschäftsführer Marco Baldi und hatte wohl ein komisches Gefühl. Jedenfalls meinte er nach dem 90:74 (49:38)-Sieg seiner Mannschaft: „Ich mag eigentlich keine Spiele, die so gut anfangen, weil sie nur noch schlechter werden können.“ Das geschah nicht. „Wir haben die Bayern gut kontrolliert“, sagte Jonas Wohlfarth-Bottermann. Was die Gäste auch versuchten, sie hatten damit keinen Erfolg.

Zwei wichtige Dreier

In Wohlfarth-Bottermann sah sein Trainer ein gutes Beispiel dafür, warum sie an diesem Abend erfolgreich waren. Sasa Obradovic sagte: „Jonas war sehr produktiv.“ Zwei Blocks steuerte der 2,08 Meter große Profi bei, er zog drei Fouls, hatte eine Trefferquote von 75 Prozent, was in seinen 9:28 Spielminuten zu acht Punkten führte. Obradovics Fazit: „Jeder hat heute seinen Beitrag geleistet.“ Auch die Kräfte, die von der Bank kamen.

Deshalb gab es keinen Bruch im Alba-Spiel. In der Mitte des zweiten Viertels ließen die Berliner den FC Bayern beim 33:27 zwar auf sechs Punkte herankommen, zogen jedoch wieder davon, unter anderem weil Niels Giffey zwei wichtige Distanzwürfe verwandelte: zum 40:30 (17.) und zum 47:32 (19.). Drei Versuche, zwei Treffer – machte eine Dreierquote von 67 Prozent.

Elmedin Kikanovic steuerte nicht nur 16 Punkte bei, sondern kam zudem auf zehn Rebounds. Überhaupt die Rebounds, klagte Münchens Coach Svetislav Pesic, sie hätten den Unterschied ausgemacht. Vor allem die, die am gegnerischen Brett eingesammelt wurden. „Der Offensivrebound bringt Selbstbewusstsein“, erklärte Pesic und stützte so die Annahme vom Glück des Tüchtigen. 15 Zähler schaffte Alba im zweiten Versuch, die Bayern lediglich sechs.

„Er hat mehr geweint, als gespielt“

„Wir haben ihnen viel von den Dingen weggenommen, die sie stark machen“, sagte dann auch Geschäftsführer Baldi. Neben den Rebounds gehörten dazu die Schnellangriffe. Alex Renfroe, bei den Gästen normalerweise der Mann für die Fastbreaks, fabrizierte fünf Ballverluste. Am Ende kam er nur auf drei Punkte aus dem Feld. Center John Bryant brachte offensiv noch weniger zustande, nämlich gar nichts. In der zweiten Hälfte spielte er keine drei Minuten. Pesics Erklärung dafür: „Er hat mehr geweint, als gespielt.“ Power Forward Dusko Savanovic, der zuletzt für Stabilität sorgte, war wegen einer Knieverletzung gestern nicht dabei. Er fehlte den Gästen sehr.

Dass die Niederlage am Spielplan gelegen haben könnte, wollte Pesic als Grund nicht gelten lassen. Am Donnerstag hatte München in der Euroleague gegen Roter Stern Belgrad eine 79:90-Niederlage hinnehmen müssen, die Berliner waren dagegen bereits am Mittwoch im Eurocup bei Basket Brindisi im Einsatz gewesen. Neben dem Umstand, dass sie 72:68 gewannen, hatten sie auch einen Tag mehr zur Erholung. Doch Pesic sagte, über die Auswirkungen des Spielplans könnte man sich später unterhalten. Obradovic sah das ähnlich. Gefragt, was der Sieg über Albas Stärke aussage, meinte er: „Es ist November.“

In diesem Monat stehen noch ein paar anstrengende Spiele bevor. Am Dienstag erst einmal in eigener Halle gegen Ludwigsburg (19.15 Uhr): Eurocup, es ist das Rückspiel. Das Hinspiel hatten Albas Basketballer Mitte Oktober 60:79 verloren. Zu 17 Ballverlusten ließen sie sich zwingen. Das Glück des Tüchtigen? Wenn es das wirklich gibt, war es damals eindeutig mit Ludwigsburg.


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