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Arsenal London: Mesut Özil trotzt neuen Vorwürfen aus Madrid

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Offensiv-Spieler der Extra-Klasse: Mesut Özil und Julian Draxler im grünen DFB-Auswärtstrikot beim Spiel gegen die Färöer Inseln.
Offensiv-Spieler der Extra-Klasse: Mesut Özil und Julian Draxler im grünen DFB-Auswärtstrikot beim Spiel gegen die Färöer Inseln.
Foto: dpa

Mesut Özil fliegt frohgemut zu seinem neuen Klub Arsenal London, ungeachtet der Vorwürfe über nächtliche Eskapaden aus Madrid.

Noch nie war Mesut Özil so very important wie dieser Tage. Sein 50-Millionen-Euro-Wechsel von Real Madrid (Spanien) zum FC Arsenal (England) machte ihn vergangene Woche zum aktuell teuersten deutschen Spieler der Geschichte, was die Bild-Zeitung zum Anlass nahm, um seine Freundin, das frühere Mitglied der Mädchenband Melrose, Mandy Capristo, am Montag Blicke gewähren zu lassen auf ihre Liebe zu Özil, seit wann („Seit Anfang dieses Jahres“), wie („Das ist privat“) und warum („Er ist eine coole Socke“). Im Vorspann schrieb das Boulevardblatt, England feiere die 23 Jahre alte Sängerin als „neue Victoria Beckham“.

Abgesehen von der fragwürdigen Stichhaltigkeit dieser Behauptung, stellt sich allerdings die Frage, ob Fräulein Capristo bereit ist, den Engländern als Neuerscheinung der Ehefrau des glamourösen David Beckham zu Diensten zu sein. Denn legt man den Kernsatz ihres Interviews zugrunde („Ich brauche jemanden, der ehrlich ist“), dann vielleicht eher nicht.

Die spanische Tageszeitung ABC lancierte am Dienstag Aussagen von Reals Präsident Florentino Perez, wonach der in die Kritik geratene Bauunternehmer sich moralisch genötigt sah, den talentierten Deutschen zu veräußern. Der nämlich, wird Perez zitiert, hätte sich in den vergangenen drei Jahren vom frommen Muslim zum Schürzenjäger entwickelt, hätte in der Nacht seine Lust auf Frauen genährt und sei einmal sogar der ehemaligen Miss Venezuela nach Mailand (Italien) hinterhergeflogen. Das, stellte ABC fest, hätte dem Mäzen schlecht geschmeckt. Deshalb der Last-Second-Verkauf nach London.

Erstes Özil-Spiel am Samstag

Dort wird Mesut Özil am Donnerstag im Emirates-Stadion vorgestellt, am Samstag folgt das erste Spiel auswärts gegen Sunderland (Sonnabend, 16 Uhr). Der 24-Jährige flog am Mittwoch ein, gestärkt von einem feinem Auftritt beim 3:0 auf den Färöer-Inseln, den er mit einer Ecke zum 1:0 durch Per Mertesacker, mit einem Elfmeter-Tor zum 2:0 und einer Vorlage zum 3:0 durch Thomas Müller abrundete. Die Vorwürfe aus Spanien hatten ihn da schon erreicht. Er konterte sie galant: „Die Leute, die mich kennen, wissen, wie professionell ich bin. Und mehr muss ich dazu nicht sagen.“

Die Gelassenheit hat Methode. Özil versucht so schnell wie möglich, sein überstürztes Ende bei Real Madrid in einen frohgemuten Anfang bei den Gunners umzudeuten. Die Wohnung in der spanischen Hauptstadt hat Vater Mustafa während der Länderspielwoche des Filius eigenhändig leer geräumt, auf der Facebookseite wurde am Montag das Hintergrundbild getauscht, es zeigt Özil jetzt im Dress seines neuen Klubs. Er nannte London am Mittwochabend seine „neue Heimat“ und sagte, wie sehr er sich freue.

Die Emotionen werden erwidert. Bei Arsenal sind sie vom Wechsel des Deutschen angetan wie zuletzt bei der Ankunft des Niederländers Dennis Bergkamp 1995, der eine Ära begründete und Arsenal in die europäische Elite führte. Sie fühlen sie geehrt. Arsenals Jungnationalspieler Kieran Gibbs schloss sich gestern den Elogen auf Özil an, und wer weiß, ob das Mandy Capristo nicht überzeugt, dem Freund trotz der Anwürfe aus Madrid vorbehaltlos nach London zu folgen. Gibbs sagte: „Sein Wechsel ist etwas, worauf der Klub lange gewartet hat. Mesut Özil ist Weltklasse.“

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