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Autobiographie von Theo Zwanziger: Sammer sollte Klinsmann ersetzen

14. Juni 2006: Bundestrainer Klinsmann wechselt im Vorrundenspiel gegen Polen David Odonkor ein. Der Rest ist Geschichte.
14. Juni 2006: Bundestrainer Klinsmann wechselt im Vorrundenspiel gegen Polen David Odonkor ein. Der Rest ist Geschichte.
Foto: dpa

Sechs Jahre nach dem Sommermärchen 2006 enthüllt der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger in in seiner Autobiografie, dass Jürgen Klinsmann vor der WM vor dem Rauswurf stand. Als Nachfolger sollte demnach Matthias Sammer fungieren.

Jürgen Klinsmann stand kurz vor der WM 2006 in Deutschland vor dem Rauswurf als Bundestrainer. Dies hat der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Theo Zwanziger in seiner Autobiographie zugegeben. Nach der 1:4-Testspielniederlage im März 2006 in Italien hatte der DFB laut Zwanziger einen Plan B in der Tasche: Matthias Sammer hätte die Nationalmannschaft übernommen.

Der 67 Jahre alte Zwanziger, von 2004 bis 2012 DFB-Präsident, schreibt in „Die Zwanziger Jahre - Die Autobiographie“: „Ganz Deutschland, und ich schließe mich da ein, sah schwarz für die WM. Jürgen Klinsmann war erschüttert. Nach dem Spiel herrschte Schweigen. Dann holte er sofort alle Spieler in einen Nebenraum. Was dort im einzelnen gesagt wurde, weiß ich nicht. Und als er in den Tagen nach dem Spiel wie geplant wieder in die USA flog und sich bei einem Workshop der WM-Trainer, bei dem es vornehmlich um administrative und organisatorische Fragen ging, von Bierhoff und Löw vertreten ließ, eskalierte der Zorn.“

Plan B mit Sammer

Wie die Bild-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe) in einem Vorabdruck des am 12. November erscheinenden Buches weiter veröffentlicht, schreibt Zwanziger: „Ich muss zugeben, dass auch ich an unserem Teamchef zu zweifeln begann. Zwar bekundete ich öffentlich meine Loyalität zu Jürgen Klinsmann, auch in den Antwortbriefen an die vielen Hilfs-Bundestrainer, aber intern legten wir uns einen Plan B zurecht. Wenn sich bei der WM tatsächlich ein sportliches Desaster abzeichnen sollte und Klinsmann nicht mehr zu halten wäre, so beschlossen wir, sollte kurzfristig Matthias Sammer das Ruder übernehmen. Von diesem Plan B wussten nur vier Leute: Horst R. Schmidt, Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach und ich. Wir hatten nicht mal Sammer selbst informiert; wenn es so weit gekommen wäre, hätte er es schon noch rechtzeitig erfahren.“

Zwanziger weiter: „Zum Sportdirektor gab es keine Alternative. Joachim Löw, der Kotrainer, wäre im Falle eines Misserfolgs selbst verbrannt gewesen, also nicht vermittelbar, weil er ja ein Teil des Klinsmann'schen Konzepts war. Auch wenn Matthias Sammer von unseren Geheimplänen nichts ahnte, bin ich sicher, dass er uns im Fall des Falles nicht im Stich gelassen hätte. Nicht weil er, wie ihm manche unterstellten, auf den Posten des Bundestrainers schielte und sich für den besseren Mann hielt. Aber sein Pflichtbewusstsein hätte ein Nein nicht zugelassen. Zum Glück sind wir alle nicht in die Verlegenheit gekommen.“ (sid)

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