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Ballon d'Or: Weltfußballer-Wahl angeblich manipuliert

Zu recht ausgezeichnet? Christiane Ronaldo ist Weltfußballer 2013.

Zu recht ausgezeichnet? Christiane Ronaldo ist Weltfußballer 2013.

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AFP

Es geht um eine Zahl und ein Wort: 69 Tore. So einfach ist das für Zinédine Zidane. Frankreichs früherer Nationalspieler hat sich im Fernsehen zur Wahl des Weltfußballers geäußert und zur Frage, ob Cristiano Ronaldo diese Auszeichnung verdient oder eher Franck Ribéry, immerhin sein Landsmann. Er sagte: „Selbst wenn Franck außerordentlich gewesen wäre, der andere hat 69 Tore erzielt.“

Nicht für jeden stellt sich die Sachlage so einfach dar. Gianni de Biasi findet zum Beispiel, die ganze Abstimmerei sei „Bullshit und Lüge“. De Biasi ist Nationaltrainer Albaniens, der Zeitung Mundo Deportivo hat er berichtet, er habe fünf Punkte an Ronaldo vergeben, drei an Lionel Messi und einen an Zlatan Ibrahimovic. Laut der Internet-Seite des Weltverbandes Fifa soll er aber Ibrahimovic fünf, Ronaldo drei und Messi einen Punkt zugedacht haben. Kuwaits Coach Jorvan Vieira sagte dem katalanischen Magazin La Xarxa: „Ich habe für Ibrahimovic gestimmt.“ Nach Angaben der Fifa votierte Vieira jedoch für Messi (5), Neymar (3) und Ronaldo (1). „Ich denke, hier wurde geschwindelt“, sagte Vieira.

Verbandsvertreter aus Bolivien, Äquatorialguinea, der Dominikanischen Republik, Vanuatu und Fiji denken das auch. Die Fifa naturgemäß nicht. Ein Sprecher versicherte, alles sei korrekt abgelaufen. Demnach habe jeder Verband zwei Formulare erhalten, eines für den Trainer, eines für den Kapitän. Beide hätten nur drei Kreuze machen, unterschreiben und das Formular an die Fifa schicken müssen.

Drei Kreuze macht auch Ribéry, wenn diese Debatte um den Goldenen Ball endlich beendet ist. Eine Debatte, die er selbst beflügelt hat mit der Bemerkung, die Wahl sei zu politisch. Vor einer Woche hatte Katars Trainer Al Zarraa Fahad arabischen Medien verraten: „Mein Präsident bat mich, für Ronaldo zu stimmen, um Blatter zu helfen, sein Image zu pflegen, und um sich für die Vergabe der WM 2022 an Katar zu bedanken.“ Fifa-Boss Sepp Blatter hatte Ronaldo vor der Wahl verspottet, seine spezielle Art des Humors kam aber nicht an. Ging es nun um Wiedergutmachung? Oder doch nur um 69 Tore? „Es geht vor allem darum, was der Spieler auf dem Platz macht.“ So einfach sieht das Zinédine Zidane. (BLZ)