Sonderthemen: UEFA Champions League | Olympische Sommerspiele 2016 | Formel 1

Sport
Ergebnisse, Tabellen und Live-Ticker: Neues von Hertha BSC, Union Berlin, Alba, Eisbären und den Füchsen

Bayern München: Dante, der Bayern-Soldat

Von 
Dante kurz vor seinem Jubel-Tänzchen beim 5:0-Sieg gegen Hannover.
Dante kurz vor seinem Jubel-Tänzchen beim 5:0-Sieg gegen Hannover.
Foto: AFP
München –  

Als Dante im Sommer von Mönchengladbach nach München wechselt, trauen dem brasilianischen Innenverteidiger nur wenige zu, dass er sich im bajuwarischen Starensemble durchsetzt. Doch bislang gilt: Egal was passiert, Dante spielt immer.

Louis van Gaal hat sich bislang noch nicht zu Dante geäußert, was ein bisschen schade ist. Denn denkbar wären zum Beispiel Verfügungen, die mit „diese Dante“ anfangen und mit „spielt immer“ enden. Nicht ohne den Zusatz natürlich, dass er, van Gaal, das „meinem Präsident“ schon immer vorhergesagt hat. Früher ging das jedenfalls so ähnlich, als der Niederländer mit dem hübschen deutsch-holländischen Singsang noch die Aufstellungen beim FC Bayern München verantwortete und zwischen den Zwistigkeiten mit Uli Hoeneß festlegte: Thomas Müller spielt immer.

„Rechts, links, param pampam"

Im zweiten Jahr hintereinander betreut nun Jupp Heynckes den Münchner Luxuskader, und auch er scheint sich ein bisschen in einen Spieler verguckt zu haben. Denn vor den beiden Spielen beim SC Freiburg heute Abend (20 Uhr) und gegen Meister Borussia Dortmund am Samstag gilt für Dante Bonfim Costa Santos tatsächlich, was Müller unter van Gaal für sich beanspruchen konnte. Der Brasilianer hat als einziger Feldspieler jede der 1620 Minuten in den 18 Partien in der Bundesliga und Champions League auf dem Platz erlebt. Das gilt sonst nur für Torwart Manuel Neuer.

Nebenbei sorgt der Innenverteidiger aus dem brasilianischen WM-Spielort Santiago da Bahia für gute Laune, wie mit seinem kleinen Tänzchen nach seinem ersten Saisontor beim 5:0 gegen Hannover 96. Wie der Tanz ging? „Rechts, links, param pampam – links, rechts, param pampam“, sagte Dante. Er lachte, weil er eigentlich immer lacht.

Lobreden vom Trainer

Heynckes’ Lobreden auf ihn fallen geradezu schwärmerisch aus. Besonders habe er sich über das Tor Dantes gefreut, berichtete der Trainer. Denn der 29-Jährige sei „ein klasse Einkauf“, der „das auch in der Champions League immer wieder zeigt“, was Heynckes als Nachweis besonderer Qualität versteht. Sein Fazit: „Er ist ein unglaublich präsenter Typ. Er ist nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft.“ Neuer, der mit Dante die beste Defensive der Liga mit nur fünf Gegentoren verantwortet, lobt die Ausstrahlung ebenso und findet gar: „Er ist einer der besten Spieler, mit denen ich je zusammengespielt habe.“

Dante darf man bisher durchaus als Chef in der Viererkette der Bayern betrachten. Das hat auch damit zu tun, dass er als einziger der vier Innenverteidiger gesund geblieben ist. Vor allem aber machte Dante einfach so weiter, wie er das von Borussia Mönchengladbach gewohnt war: robust im Zweikampf, sprungkräftig beim Kopfball, gut antizipierend im Stellungsspiel und kommunikativ in der Organisation. Die zwei, drei Fehler, die er sich bisher leistete, sah man ihm deshalb nach.

Als Dante im Sommer für rund fünf Millionen Euro vom Niederrhein zu den Bayern wechselte, trauten ihm nur wenige diese tragende Rolle in München zu. Doch Dante hat schnell verinnerlicht, was man dort benötigt, die Bedeutung des „Mia san mia“ inklusive. Sein Selbstvertrauen ist ausgeprägt.

Dante, der Soldat

Nach seiner Ankunft stellte er sich selbst als „Soldat“ vor, was so viel bedeute wie: „Das ist mein Weg, immer geradeaus.“ Damit hat er die Hierarchie bei den Innenverteidigern ziemlich aufgemischt. Daniel van Buyten fällt wegen einer Bronchitis ohnehin gerade aus, und Heynckes wägt wohl nur ab, ob er Jérôme Boateng oder Holger Badstuber neben Dante stellt.

Sollte der auch im kniffligen Spiel in Freiburg und vor allem gegen den BVB überzeugen, dürfte ihn das in seiner Rolle weiter stärken. Er sagt zwar, der Trainer werde sicher auch mal in der Abwehr rotieren lassen, doch vorerst scheint Dante gesetzt zu sein. Nationalspieler Badstuber, der lange David Alaba als linker Außenverteidiger vertrat und zuletzt wieder nach innen rückte, hat sich schon auf Dante als Partner eingestellt, obwohl beide den linken Fuß bevorzugen. „Es spielen auch viele Innenverteidigerpärchen zusammen, die beide einen starken rechten Fuß haben. Das ist überhaupt kein Hindernis für uns“, findet Badstuber und legt schon mal fest: „Das klappt mit Dante.“

Der hofft indes auf weitere Anlässe für Tanzeinlagen. Wie es dazu kam? „Wenn ich glücklich bin, passiert so was“, erklärte Dante. Er lachte wieder.

Auch interessant
comments powered by Disqus
Facebook
Berliner-Zeitung.de auf Facebook
Neueste Bildergalerien Sport
Aktuelle Videos
Hertha BSC aktuell
1. FC Union aktuell
Sonderbeilagen & Prospekte
Dossier
Training im Winter: Hundert Umdrehungen pro Minute dürfen es schon sein.

Spitzenathleten, Freizeitsportler und ungewöhnliche Sportarten aus der Region.

Fotostrecken: Sport Kurios