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Blatter sieht rot: Rassismus im Fußball? Gibt es nicht!

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Blatter fühlt sich falsch verstanden.
Blatter fühlt sich falsch verstanden.
Foto: Screenshot

Sepp Blatter verneint, dass es im Fußball Rassismus gibt - und erntet von allen Seiten Kritik. Prompt entschuldigt der Fifa-Chef sich mit einem Foto, aber der Schuss geht nach hinten los.

Dass die Frage hinterhältig war, das merkte Fifa-Chef Sepp Blatter erst zu spät. Ob es Rassismus im Fußball gebe?, frägt ein CNN-Reporter.
"Ich würde das verneinen", antwortet Blatter und stammelt sich in ein Fiasko.

Abfällige Gesten oder Bemerkungen während eines Spiels seien nach dem Abpfiff vergessen, sagt Blatter. Sicher komme es vor, dass ein Spieler in der Hitze des Gefechts mal etwas sage oder eine Geste mache, die nicht korrekt sei. Das alles sei aber nicht so schlimm, am Ende gebe man sich trotzdem die Hand.

Zwei Fußballer wegen rassistischer Sprüche in der Kritik

Blatters Verbalgrätsche erfolgt dummerweise in einer Zeit, in der zwei Profifußballer wegen rassistischer Äußerungen kritisiert werden - da wirkten seine Sätze etwa so, wie wenn der iranische Diktator behauptet, im Iran gebe es keine Schwulen.

Da ist der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, John Terry, der angeblich seinen Gegenspieler Anton Ferdinand als "schwarze Schlampe" beschimpft hat, das aber bestreitet. Gegen den Liverpooler Spieler Luis Suarez hat der englische Verband FA sogar Anklage erhoben, es geht um eine ähnliche Beleidigung.

Im Nachhinein scheint Blatter die Brisanz immerhin verstanden zu haben: Am Mittwochabend meldete er sich auf der Website der Fifa zu Wort und bezeichnete das Ganze als Missverständnis.

Er wolle das Rassismus-Problem im Fußball keinesfalls kleinreden, sagte Blatter. "Was ich mit meinen Äußerungen zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass Fußballspieler während einer Partie Kämpfe mit ihren Gegenspielern austragen und dabei manchmal Dinge passieren, die nicht passieren sollten". Überhaupt habe er nie behauptet, Rassismus sei kein Problem im Fußball.

Peinliche Gegenkampagne

Als Beweis für seine Ausländerfreundlichkeit veröffentlichte die Fifa ein Bild mit Blatter, auf dem der Fifa-Chef zaghaft einen Schwarzen umarmt. Das war nicht rassistisch, wirkte aber irgendwie peinlich.

Blatters Kommentare seien "so herablassend, dass es fast schon lachhaft ist", twittert der englische Fußballer Rio Ferdinand. Er sei dumm gewesen zu glauben, dass der Fußball eine Führungsrolle im Kampf gegen Rassismus übernommen habe.
Der englische Sportminister Robertson empfahl in der englischen Zeitung Daily Mail ganz offen, Blatter solle zurücktreten. Dasselbe in den Worten des Twitter-Nutzers prestonj 85: "Armer Sepp – ich denke, deine Zeit ist vorbei."

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