Die „Fantastischen Vier“ in der Fußball-Bundesliga haben einen neuen Leader: Meister Borussia Dortmund durfte sich am 20. Spieltag als der große Gewinner fühlen, denn während der BVB bereits am Freitagabend beim 1.FC Nürnberg mit 2:0 (0:0) gewann, ließen die Konkurrenten im Titelkampf jeweils Punkte liegen.
Zum Rivalen Nummer eins von Rekordmeister FC Bayern München wollte sich Jürgen Klopp aber (noch) nicht ausrufen lassen. „Wir beschäftigen uns damit nicht, weil uns der Druck den Spaß am Fußball nehmen würde“, sagte der Dortmunder Trainer.
Und auch Kevin Großkreutz schob die Favoritenrolle gewohnt schnippisch den Münchnern zu. „Bayern hat doch gesagt, dass sie mehr Qualität haben. Dann sollen sie’s zeigen.“
BVB tut sich lange schwer
Was geschehen kann, wenn der Druck des Gewinnenmüssens zu Ungeduld führt, musste die Borussia in Nürnberg erleben. Dortmund tat sich lange schwer gegen bissige Franken, erst das zweite Saisontor von Kapitän Sebastian Kehl (48.) ebnete den Weg zum dritten Sieg im dritten Rückrundenspiel. Als in der Schlussphase dann Lucas Barrios traf (82.), der Mann, der noch vor wenigen Tagen vor dem Abschied stand, war das Borussen-Glück (beinahe) perfekt.
Nur die Knöchelblessur von Mittelfeld-Ass Sven Bender trübte die Stimmung. „Bis auf die Verletzung von ‚Manni‘, die uns richtig trifft, war’s eine runde Sache“, sagte Klopp nach dem 14. Spiel ohne Niederlage in Folge.
Bender war bei einem Duell mit Nürnbergs Daniel Didavi umgeknickt und musste mit einer Bänderverletzung im linken Sprunggelenk raus. Wie schwer die Blessur ist, soll eine Kernspin-Untersuchung am Montag zeigen. „Aber es gibt keine Bänderverletzung, die keine Pause nach sich zieht. Und das ist sehr, sehr schlecht“, sagte Klopp, der im Mittelfeld auch länger auf Mario Götze verzichten muss.
Barrios trifft, die Kollegen freuen sich
Dafür fiel die Freude über Barrios’ ersten Bundesliga-Treffer seit dem 14. Mai 2011 sehr groß aus. „Das ist eine wunderschöne Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Das tut uns allen gut, und Lucas ist ja fast das Gesicht geplatzt vor Freude“, sagte Klopp selig lächelnd.
Nicht anders erging es den Teamkollegen von Barrios. „Wir alle haben uns für Lucas sehr gefreut. Für ihn ist es hinter Robert Lewandowski, der eine wahnsinnige Saison spielt, nicht ganz einfach“, sagte Kehl.
Daher war Barrios drauf und dran, den BVB zu verlassen. „Nach Abwägung aller Fakten hat er sich für uns entschieden“, sagte Klopp, „und das war gut so. Wir brauchen seine Qualität, und er wird für uns noch eine unheimlich wichtige Rolle spielen.“
An die Zukunft wollte Barrios selbst gar nicht denken, er genoss lieber den Moment. „Das ist super für mich, ein guter Tag“, sagte er. Zuvor war er nach seinem Treffer in Richtung BVB-Fans gestürmt, alle Kollegen, inklusive der an der Torauslinie wartenden Ersatzspieler, gratulierten ihm herzlich. „Die Fans, der Trainer, meine Kollegen − alle haben mir gesagt: Lucas, mach weiter, immer weiter, du machst dein Tor. Sie hatten recht“, sagte er.
Bender-Vertreter Leitner bereitet Tor vor
Die Wechselambitionen habe er erst einmal ad acta gelegt, jetzt wolle er „weiter hart arbeiten, um eine Chance zu bekommen. Ich habe hier ja noch einen Vertrag.“
Auch Barrios soll helfen, die Bayern weiter zu ärgern, und auch dem erst 19 Jahre alten Moritz Leitner kommt als Vertretung von Bender dabei eine wichtige Rolle zu.
Wie wertvoll der Youngster sein kann, bewies er mit seinem öffnenden Pass, der dem 1:0 vorausging. „Wie er da durchsteckt, das war wahnsinnig. Das war ein fantastisches Tor“, lobte Klopp. (sid)

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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
