Wuchtige Haken: Mike Tyson (r.) ließ Trevor Berbick am 22. November 1986 keine Chance.
Foto: dapd/Douglas C. Pizac
Wuchtige Haken: Mike Tyson (r.) ließ Trevor Berbick am 22. November 1986 keine Chance.
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Vor 25 Jahren wurde Mike Tyson jüngster Schwergewichts-Weltmeister im Profiboxen. Im Ring war Tyson die Attraktion. Außerhalb folgten zahllose Aussetzer.
Sie machen einen WM-Anwärter in der Regel nicht zum Wettfavoriten, wenn er noch so wenig Erfahrung als Professional besitzt. Aber auch in dieser Hinsicht sollte sich Michael Gerard Tyson, besser bekannt als Mike Tyson, früh als eine Ausnahme erweisen.
Die Buchmacher und Experten handeln den 1,78 Meter kleinen Herausforderer als erwarteten Sieger, als der am 22. November 1986 in Las Vegas auf den WBC-Titelträger Trevor Berbick trifft. Der kompromisslose Stil, in dem der 20-jährige in nur 18 Monaten insgesamt 27 Widersacher zur Seite legt, hat bei ihnen Spuren hinterlassen. Darum ist die Welt nicht halb so überrascht von jenen Ereignissen im Hilton Center in Las Vegas wie es im ungenauen Zeitraffer öfter dargestellt wird.
„Wasserstoffbomben“ von Tyson
Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt: Das ist die gewohnte Lyrik, mit der die Wechsel auf dem Thron der populärsten Gewichtsklasse im Preisboxen so gerne begleitet wird. Aber Trevor Berbick hatte seinem Sport noch keinen Stempel aufgedrückt.
Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Alter von 20 Jahren und 144 Tagen am 22.11.1986 sahen viele in ihm den kommenden größten Boxer aller Zeiten.
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Viel hatte das mit seinem aufsehenerregenden Kampfstil zu tun. Tyson vernachlässigte seine Defensivarbeit, sondern setzte auf Angriff. Oft versuchte er mit einem einzelnen Schlag zum KO zu kommen.
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Am Ende des offenen Schlagabtauschs stand Tyson oft als Sieger dar: Seine Gesamtbilanz (50 Siege - 6 Niederlagen - 2 ohne Wertung) drückt das aber nur ansatzweise aus.
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Noch klarer wird es bei der KO-Bilanz: 44 seiner 50 Kämpfe gewann Mike Tyson durch KO. Davon 22 in der 1. Runde (!). Hier das Kampfende gegen Clifford Etienne - nach 40 Sekunden in der ersten Runde (2003).
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Auf der anderen Seite steht Tyson aber auch für Skandale, falsche Freunde und Missmanagement.
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Der wohl bekannteste Skandal ist Tysons Angriff auf Evander Holyfield. Im WM-Kampf am 28. Juni 1997 biss Tyson beim Clinch in das Ohr von Weltmeister Holyfield. Tyson, der ein Stück des rechten Ohres abbiss, wurde disqualifiziert.
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Mehrfach saß der mehrfach vorbestrafte Bad Boy der Boxszene im Gefängnis. So etwa 1992 - als Mike Tyson wegen Vergewaltigung einer Kandidatin der Miss Black America-Wahl für schuldig befunden wurde.
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Mike Tyson wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nach dreijähriger Haft wurde er wegen guter Führung entlassen.
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Wegen Körperverletzung musste er später nochmal ins Gefängnis.
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Im Ring machte Tyson nach seinen Gefängnisaufenthalten nicht mehr eine so gute Figur.
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Der Knock-Out-Experte musste selbst auf den Boden - wie hier 2005 im Kampf gegen Kevin McBride.
Jüngster Weltmeister der Geschichte im Schwergewicht, nur wenige Sekunden dauernde Kämpfe und immer wieder Skandale außerhalb des Rings: Mike Tyson gehört zu den schillerndsten Figuren im Boxsport der letzten 30 Jahre.
Der 34-jährige Titelverteidiger mit den jamaikanischen Wurzeln war erst acht Monate zuvor an den WBC-Gürtel gekommen, durch einen Punktsieg über den ebenso unbesungenen Pinklon Thomas. Es war ja eine Zeit, in der die Titelträger der drei bis vier Verbände so rasch wechselten, dass sich das gemeine Volk ihre Namen gar nicht einprägen konnte. Also ersetzte Berbick vor dem Showdown etwaige Reputation durch demonstrative Arroganz: Es reiche nicht, hässlich und gemein zu sein, sagte er über seinen WM-Gegner, um ihn zu schlagen.
So anmutig wie der um zehn Zentimeter Körpergröße und 14 Jahre überlegene Weltmeister den Ring betrat, sollte er ihn allerdings nicht verlassen. Berbick brachte in der ersten Minute des Kampfes die Chuzpe auf, seinen Herausforderer mehrfach zu attackieren. Nach dessen ersten wuchtigen Haken wurde ihm jedoch klar, was der Live-Kommentator zeitgleich den TV-Zuschauern beibrachte: „Man kann auf diese Art nicht gegen Tyson boxen!“
Unter den rund 4000 Trauergästen in der Enon Tabernacle Baptist Church waren am Montag (Ortszeit)...
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....auch Fraziers langjähriger Rivale Muhammad Ali...
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... der einstige Schwergewichts-Champion Larry Holmes...
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...und Box-Promotor Don King.
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Der ehemalige Schwergewichts-Boxer Frazier war am 7. November im Alter von 67 Jahren an Leberkrebs gestorben.
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Sein ehemaliger Kontrahent Ali, dem Frazier 1971 im sogenannten Kampf des Jahrhunderts die erste Niederlage als Profiboxer beifügt hatte, war in Begleitung von Ehefrau Lonnie und weiteren Familienmitgliedern erschienen.
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Sichtlich von seiner Parkinson-Krankheit gezeichnet, erhob sich Ali von seinem Stuhl und klatschte ein letztes Mal Beifall für Frazier.
Sein spektakulärer, offensiver Kampfstil machte Joe Frazier weit über das aktive Karriereende hinaus beliebt. Unter anderem trat er auch in einem Rocky-Film auf.
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Legendär sind seine insgesamt drei Kämpfe gegen Muhammad Ali: Im ersten WM-Kampf der beiden Rivalen musste Herausforderer Muhammad Ali in der letzten Runde nach einem Haken von Frazier zu Boden gehen.
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Frazier gewann nach Punkten. Für Ali war es die erste Niederlage in dessen Profikarriere. Viele Boxfans sehen das Duell vom 8. März 1971 als Kampf des Jahrhunderts.
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Beide Boxlegenden duellierten sich danach noch zweimal. Ali gewann beide Kämpfe, darunter den Thrilla von Manila, in dem es wieder um den Weltmeister-Titel ging.
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Schon als Amateur konnte Joe Frazier große Erfolge feiern.
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1964 wurde er Olympiasieger in Tokio. Im Finale besiegte er den Regensburger Hans Huber.
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Als Profi wurde er erstmals am 16. Februar 1970 in New York Weltmeister. Frazier siegte durch K.o. gegen Jimmy Ellis.
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Mit dem gewonnen WM-Kampf gegen Herausforderer Muhammad Ali am 8. März 1971 in New York konnte er den Titel insgesamt viermal erfolgreich verteidigen.
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Vier Niederlagen erlitt Frazier als Profi: WM-Kampf gegen Herausforderer George Foreman am 22. Januar 1973 in Kingston/Jamaika durch technischen K.o.; gegen Muhammad Ali am 28. Januar 1974 in New York nach Punkten; gegen Muhammad Ali am 1. Oktober 1975 in Manila/Philippinen durch technischen K.o. („Thrilla in Manila“); gegen George Foreman am 15. Juni 1976 in Uniondale/New York durch technischen K.o.
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Seine Gesamtbilanz als Profi: 37 Kämpfe - 32 Siege/4 Niederlagen/1 Unentschieden, 27 K.o.-Siege
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Die Rivalität zu Ali lief auch nach dem Karriereende beider Boxer weiter. Frazier, der von Ali als "Champion des weißen Mannes", "Onkel Tom" und "Gorilla" verspottet wurde, äußerte sich hämisch über Alis Parkinson-Erkrankung.
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1990 wurde Joe Frazier in die „International Boxing Hall of Fame“ aufgenommen.
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In den vergangenen Jahren wurde es stiller um Joe Frazier. Anfang November 2011 wurde bekannt, dass der 67 Jahre alte frühere Schwergewichtsweltmeister an Leberkrebs erkrankt ist. Am 8.November 2011 verstarb Frazier. Die Legende wurde 67 Jahre alt.
Zum Ende der ersten Runde schüttelten ihn eine ganze Serie jener Treffer durch, die sein Gegner als „Wasserstoffbomben“ bezeichnet hatte. Und in Runde zwei bot er nach einer ansatzlosen Linken ans Kinn ein Bild des Jammers. Zweimal versuchte Berbick, sich zu erheben, zweimal versagen ihm die Beine wie auf Glatteis ihren Dienst.
Jüngster Weltmeister „Iron Mike“
Die tragikomische Szene mit dem torkelnden Weltmeister, der in diesen Sekunden bereits ein Ex-Weltmeister war, sind auf YouTube zum veritablen Hit avanciert.
Historisch aber ist der Termin geworden, weil hier ein bis heute gültiger Rekord aufgestellt wurde: Noch nie seit Einführung der Handschuhe konnte ein so junger Anwärter (20 Jahre, 145 Tage) den WM-Titel in der Königsklasse erwerben. Und weil hier nun tatsächlich ein Champion regierte, auf den sich Fans wie Fachleute auf Jahre hinaus einigen konnten – ob sie seine dunkle Ausstrahlung oder die zahllosen Aussetzer, die bald folgen sollten, nun mochten oder nicht.