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Eisbaeren

2:7-Niederlage: Düsseldorf degradiert Eisbären-Spieler zu Slalomstangen

Mercedes Benz Arena während einer Eisbären-Partie.

Mercedes Benz Arena während einer Eisbären-Partie.

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imago/Mario Stiehl

Spiele der Eisbären Berlin sind immer auch eine Glorifizierung der Vergangenheit. Unabhängig davon, ob die 14 200 Zuschauer das DDR-Eishockey erlebt haben, grölen sie vergnügt „Dynamo“-Schlachtrufe in die Arena am Ostbahnhof und schmücken sich mit weinroten Utensilien. Vor dem 2:7 gegen die Düsseldorfer EG gestern Abend wurde der Kult noch mal intensiviert. Weil am heutigen Sonnabend vor 50 Jahren der Eisbären-Vorgängerverein SC Dynamo die erste Meisterschaft der DDR-Oberliga holten, bekamen sie ihre eine eigene Zeremonie spendiert. „Eine Bombensache“, wie Hartmut Nickel findet, der damals gegen Weißwasser das 1:0 erzielte und als Berater noch bei den Eisbären aktiv ist.

Nicht einen roten, dafür aber einen schwarzen Teppich hatte man ausgerollt, auf dem die Legenden von einst durch den Eisbärenschlund die Halle betraten. Mit Knalleffekt wurde das Dynamo-Banner präsentiert, das von nun an unter dem Hallendach baumelt. „Danke für Eure Pionierarbeit“, schwärmte der Sportliche Leiter Stefan Ustorf, „ohne Eure Leidenschaft wäre Eishockey in Berlin nicht das, was es ist.“

Gemüter durch Nickligkeiten erhitzt

Am Freitagabend war allerdings nicht besonders überzeugend, was der gestürzte Tabellenführer präsentierte. In einem turbulenten ersten Drittel, das sich über eine Dreiviertelstunde zog, sorgten zunächst aber nicht Toraktionen für die emotionalen Höhepunkte. Vielmehr wurden die Gemüter durch Nickligkeiten erhitzt. Begonnen hatte alles in der 7. Minute, als Constantin Braun fürs Meckern zehn Minuten auf die Strafbank musste, was die Gäste durch Manuel Strodel zum Führungstor nutzten.

Wenig später landete dann zuerst Schiedsrichter Simon Aicher auf dem Eis, nachdem er mit einem Düsseldorfer zusammengerasselt war. Nebenbei bildeten sich kleine Kampftrupps von Spielern, die sich mal mit, mal ohne Faust bekämpften. Zwischenzeitlich saßen vier Berliner gleichzeitig in der Kühlbox. Dass Vladislav Filin an der Nasenspitze genäht werden musste, hatte allerdings nichts mit Nahkampf zu tun. Es war der Puck von Mitspieler Mark Olver der das Gesicht des jungen Stürmers verletzte. Nach kurzer Behandlung machte er weiter.

Tag des offenen Tors

Im zweiten Drittel ging es dann spielerisch fulminant weiter. Die Eisbären, bei denen der 17-jährige Maximilian Adam sein DEL-Debüt gab, glichen schon nach 24 Sekunden durch Barry Tallackson aus. Vier Minuten später war es erneut der US-Amerikaner, der nach einem Konter die Führung erzielte. Man konnte allerdings auch erkennen, dass die Abwehr nach den Ausfällen von Bruno Gervais, Henry Haase und Frank Hördler nicht besonders stabil war. Ken Andre Olimb konnte deshalb zunächst den Ausgleich erzielen (31.). Daniel Kreutzer funktionierte zwei Minuten vor Drittelende die Berliner zu Slalomstangen um und traf zum 3:2 der DEG.

So ziemlich jeder Angriff landete dann im Berliner Tor. Uwe Krupp hatte sich zwischenzeitlich für einen Torwartwechsel entschieden – Kevin Nastiuk ersetzte Petri Vehanen. Alexei Dimitriev (46.), Chris Minard (48.) sowie Drayson Bowman mit zwei Treffern (47./55.) demütigten die Berliner regelrecht.